Die kantonale Gebäudeversicherung übernimmt die Kosten für die am 25. Februar in Illnau entstandenen Gebäudeschäden, wobei nicht jede Meldung akzeptiert wird. Es gibt Berichte von Schäden bis zu zehn Kilometern Entfernung vom Explosionsort, was als unplausibel gilt.
Eine Parallele zur Explosion im Hafen von Beirut 2020 ist auffällig: Beide Ereignisse verzeichneten weitreichende Gebäudeschäden. Während Beirut eine der massivsten nicht-nuklearen Explosionen war, bleibt die Illnauer Detonation ein regionales Phänomen.
Marco Forte, ein auf Schadensfälle spezialisierter Anwalt, erklärt, dass es üblich ist, nach solchen Ereignissen auch unbeteiligte Schäden zu melden. Die Druckwelle war weit hörbar und führte dazu, dass Menschen Risse entdeckten, die schon länger bestanden.
Die Versicherung prüft jede Meldung auf Plausibilität und stützt sich dabei auf Expertenurteile. Insbesondere bei Schäden in größerer Entfernung ist Vorsicht geboten. Die Prüfung erfolgt anhand von Druckwellenformeln, die ursprünglich im Ersten Weltkrieg entwickelt wurden.
Bei der Explosion in Beirut betraf eine Sprengwirkung von etwa 1100 Tonnen TNT auch Gebäude bis zu zehn Kilometer entfernt. In Illnau waren es deutlich kleinere Mengen, wie seismische Messungen belegen. Die Bundesanwaltschaft führt derzeit eine Untersuchung durch, deren Ergebnisse noch ausstehen.
Die Versicherung hat sich entschieden, den Betroffenen nicht länger im Unklaren zu lassen und bietet vorläufige Zahlungen an, um die Verzögerungen bei Schadensabwicklungen zu verringern. Der Anwalt Forte vermutet jedoch, dass viele der Meldungen auf bereits bestehende Risse zurückzuführen sind, was den Beweis erschwert.