Batoul, eine Schülerin an der provisorischen Schule Al-Salam im Gazastreifen, schreibt in ihrem Austausch mit Marta aus der Sekundarschule Viganello in Lugano über ihre Leidenschaft für das Zeichnen und Gedichte rezitieren. Sie träumt davon Lehrerin zu werden, sieht diesen Traum jedoch durch die Zerstörung ihrer Schulen und den Verlust von Lehrkräften während des Krieges bedroht.
Dieser Briefwechsel ist Teil eines Projekts der Vereinigung «Future in Peace», das mit aktiver Unterstützung der Schule Viganello umgesetzt wurde. Seit September tauschen die Jugendlichen regelmäßig Briefe und Zeichnungen aus, worüber eine Ausstellung an der Sekundarschule des Luganeser Quartiers berichtet.
«Zu Beginn ist man unsicher, wie man solche Briefe formulieren soll», erzählt ein Schüler von Viganello im Radio der italienischen Schweiz (RSI). «Man weiß nie, ob es einen nächsten Brief geben wird oder ob die Empfängerin noch am Leben sein wird. Man muss schreiben, als wäre es der letzte», ergänzt eine Mitschülerin.
Die aus dem Gazastreifen erhaltenen Briefe schildern durch Worte und Zeichnungen das Leben in den Notunterkünften, wo Batoul zusammen mit ihren Freunden die Schule besucht. «Sie leben in Zelten», berichtet ein Mädchen von Viganello.
Alessandro Franciotti, Italienischlehrer an der Schule in Lugano und Mitglied von «Future in Peace», hat das Projekt initiiert. Er ist überzeugt, dass die Jugendlichen trotz ihrer Herausforderungen auf wertvolle Themen positiv reagieren. Dies verleiht ihm Zuversicht für ihre Zukunft.
RSI, Il Quotidiano, 6.5.2026, 19 Uhr;weds