Der Carsharing-Anbieter Mobility plant, seine Flotte vollständig auf Elektroautos umzustellen. Allerdings bevorzugen viele Nutzer weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, da sie noch nie in einem E-Auto gefahren sind. Mit gezielten Sensibilisierungskursen möchte Mobility diese Vorbehalte abbauen.
In der Tiefgarage des Bahnhofs Basel findet beispielsweise ein solcher Kurs statt. Freiwillige empfangen jeweils einen Nutzer oder eine Nutzerin und führen sie in die Handhabung eines Elektroautos ein. Fabian erklärt Erika, wie das dicke Stromkabel aus dem Auto entnommen und in der Ladebox eingesteckt wird. Vor Fahrtantritt erläutert er: «Der größte Unterschied zu einem herkömmlichen Fahrzeug ist das Fehlen des Motorgeräusches.» Nachdem Erika die Bremsen betätigt hat, startet sie den Wagen und fährt eine Runde im Basler Gundeli-Quartier.
Erika fragt nach der Reichweite und ob eine Aufladung in Engelberg möglich sei. Fabian zeigt ihr die Anzeige für die verbleibende Fahrstrecke und informiert sie über Ladestationen in Engelberg. Die Fahrt endet wieder in der Tiefgarage.
Dominik Mohr, Projektleiter Elektrifizierung bei Mobility, beobachtet das Training. Er betont die Notwendigkeit dieser Kurse: «Viele Kunden sind noch nicht bereit für den Wechsel zur E-Mobilität.» Neben digitalen Hilfsmitteln wie Video-Anleitungen bietet Mobility auch analoge Möglichkeiten an, um Berührungsängste abzubauen.
Die Unsicherheit der Nutzer hat zu einem Umsatzrückgang von bis zu 20 Prozent geführt, insbesondere in Regionen mit vollständiger Umstellung auf Elektroautos. Deshalb sind dort weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren im Einsatz. Mobility verschiebt daher das Ziel, bis 2030 ausschließlich E-Autos anzubieten, um fünf Jahre nach hinten.
Trotz besser werdender Ladeinfrastruktur und sinkender Preise für Elektroautos bleibt der Abbau von Berührungsängsten entscheidend. Aktuell sind nur 700 von 3200 Mobility-Fahrzeugen elektrisch. Ein Wandel zu umweltfreundlicherem Autofahren ist somit noch nicht vollständig realisiert.