Am Samstag zog die politische Auseinandersetzung in Luzern viele Bürger an. Trotz erheblicher Polizei- und Sicherheitskräfte blieben beide Veranstaltungen friedlich, wobei keine Eskalationen auftraten. Die Demonstration von «Mass-Voll» sowie die Gegendemo der Allianz für ein nazifreies Luzern fanden am Vierwaldstättersee statt. Während Touristen und Familien durch die Stadt schlenderten, bereiteten sich Teilnehmer und Sicherheitskräfte auf die Kundgebungen vor. Die Polizei war im gesamten Stadtgebiet präsent und sorgte für Ordnung. Auf dem Kurplatz versammelten sich Anhänger von «Mass-Voll». Schweizer Fahnen wehten neben violetten Banner, während aus den Lautsprechern Musik verschiedener Genres dröhnte. Nicolas Rimoldi, der Kopf von «Mass-Voll», beteiligte sich an Koordination und hielt Reden. Die Veranstaltung verlief diszipliniert: Redner warnten vor Sachbeschädigungen und appellierte zur Müllentsorgung. Spendenaufrufe wurden ebenfalls gemacht. Entgegengesetzte politische Ansichten zeigten sich auf dem Europaplatz, wo die Gegendemo mit antifaschistischen Parolen stattfand. Hier versammelte sich eine diversere und jüngere Gruppe. Polizisten verhinderten das Aufeinandertreffen der Gruppen durch schnelles Eingreifen. Während einige verärgert waren über die unterschiedlichen Bewilligungsverfahren, blieb die Lage dennoch ruhig. SP-Präsidentin Pia Engler war mit dem friedlichen Verlauf zufrieden und sah das Ziel erreicht: Ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt zu haben. Auch international waren Gäste aus Ungarn und Bulgarien präsent, die über nationale Selbstbestimmung sprachen. «Mass-Voll» demonstrierte durch die Altstadt und endete mit Rimoldi, der von «Schweiz nicht verhandelbar» sprach. Die Polizei bestätigte den friedlichen Verlauf beider Kundgebungen in einer Mitteilung. Den Abschluss des Tages bildete ein friedlicher Sticker-Krieg zwischen den Demonstrationsteilnehmern.