Das Schweizer Fernsehen präsentiert zwei neue Satireformate, die von und mit Frauen kreiert wurden. Die Absicht ist gut, doch sie wirkt wie positiver Sexismus.
Auf der Bühne des Zürcher “Miller’s Studio” wirken Jane Mumford, Thelma Buabeng, Patti Basler sowie Moderatorin Andrea Fischer Schulthess unter erheblichem Druck. Sie präsentieren humorvoll ihre Geschichten über Kindererziehung und persönliche Gesundheitsthemen – Inhalte, die stereotyp auf weibliches Publikum zugeschnitten sind. Trotz ihrer hervorragenden Vorbereitung wirkt die Show angespannt und unbeholfen.
Die erste Ausgabe von “Fun Fatale” beginnt mit Jane Mumford, deren Komik nicht der A-Liga des Schweizer Humors zugeordnet wird. Sie macht Witze über das Zügeln und Rauchen. Die Abwesenheit von Hazel Brugger, die aufgrund eines vollen internationalen Terminkalenders abgesagt hatte, ist bemerkenswert.
Nach 20 Minuten endet der Unterhaltungsblock für das lineare Publikum auf SRF 1, gefolgt von zwei zehnminütigen Episoden von “Leila’s Fix”, einer Satire mit Leila Ladari über ihre Generation. Diese werden in einem pinkfarbenen Studio inszeniert und behandeln die Mühen des Schwanger- und Mutterseins.
Hat SRF nun erkannt, dass es auch weibliche Komikerinnen gibt? Ja, aber der Anstoß kam von einer Kontroverse. 2023 warfen Lara Stoll und Patti Basler in einem offenen Brief strukturelle Benachteiligungen bei SRF vor. Daraufhin wurden sie zum Gespräch eingeladen.
Die neuen Programme sind gut gemeint, doch sie fügen sich in eine sexistische Struktur ein: Frauen werden in ein “rosa Reservat” gesteckt. Martina Ziesack, Leiterin Comedy & Satire von SRF, betont die Bedeutung unterschiedlicher Perspektiven für Gleichberechtigung.
Die Logik der Sendungen suggeriert, dass Männer sich um globale Politik kümmern, während Frauen über persönliche Themen sprechen. Diese Differenzierung ergänzt das Hauptprogramm seit Jahrzehnten.
SRF versprach 2023 mit “Chance 50/50” eine gerechtere Geschlechterverteilung bei Comedy-Formaten. Obwohl “Fun Fatale” von einem reinen Frauenteam produziert wird, bleibt die Frage nach gemischten Teams bestehen.
Die Sendezeit ist zwischen Männern und Frauen ausgeglichen, wobei “Late Night Switzerland” mit Stefan Büsser vier Wochen lang ausgestrahlt wird, während nur vier Episoden von “Fun Fatale” geplant sind. Obwohl die erste Ausgabe 205 000 Zuschauer erreichte, bleibt die Zukunft der Sendung ungewiss.
Die Premiere von “Late Night Switzerland” erreichte hingegen 197 000 Zuschauer. Vielleicht sollte SRF seine Annahme über das Publikumsvorlieben für sympathische Männer überdenken.