Was sollte man gelesen, gesehen oder gehört haben? Diese Frage stellt die Klassik-Redaktorin Anna Kardos im Zusammenhang mit einem besonderen Beruf, dem des “Korrepetitors”, den Pablo Salido Pulido vorstellt. Eine Ausstellung in Zürich widmet sich dem Leben der Saisonniers, Gastarbeitern aus Italien, die wesentlich zur Schweizer Wirtschaft beitrugen, jedoch als Menschen oft nicht akzeptiert waren. Die Schau mit dem Titel “Wir, Saisonniers” beleuchtet durch Fotos und Videos die Lebensumstände dieser Arbeiter und ihre getrennten Familien, ein Thema, das in der Schweiz selten thematisiert wird. Eine Parallele zur historischen Schwarzenbach-Initiative zieht sie zu aktuellen politischen Diskussionen.
Eine existenzielle Einsamkeit prägt die Uraufführung “Maniac” im Zürcher Schauspielhaus, basierend auf dem Roman von Benjamin Labatut und inszeniert von Calixto Bieito. Diese Inszenierung stellt das Leben und Denken herausragender Wissenschaftler dar und hinterfragt in eindringlichen Bildern die Grenze zwischen Mensch und Maschine.
Ernst Fischer präsentiert ein umfassendes Werk zur Bibliophilie, das von der Frühgeschichte des Buchdrucks bis hin zu modernen Graphic Novels reicht. Als Handbuch unverzichtbar, reflektiert es über die Leidenschaft und manchmal obsessiven Seiten des Büchersammelns.
In der Komödie “Folichonneries” wird das Leben von Julie und François auf den Kopf gestellt, als sie sich einer offenen Beziehung durch eine Partnertausch-App nähern. Diese Produktion fasziniert nicht nur durch ihren Humor, sondern auch durch die Empathie für die Charaktere auf ihrem Weg zur sexuellen Selbstfindung.
Die Klavierwerke von Robert Schumann interpretiert Nikolai Lugansky in einer neuen Aufnahme mit besonderem Fokus auf strukturelle Klarheit. Diese Herangehensweise zeigt Schumann weniger als den suizidalen Romantiker, sondern vielmehr als formbewussten Komponisten.
Diese kulturellen Eindrücke spiegeln die Vielfältigkeit und Tiefe der Schweizer Kunst- und Geschichtsszene wider.