Ein Bericht von Hana Fink legt offen, dass der Skandal um fragwürdige Herzchirurgiepraktiken am Universitätsspital Zürich nun auch das Luzerner Kantonsspital betrifft. Im Mittelpunkt steht das Cardioband, ein künstlicher Ring zur Reparatur undichter Herzklappen. Wie aus einem Artikel der «NZZ am Sonntag» hervorgeht, wurde dieses Produkt in mehreren Schweizer Spitälern eingesetzt – darunter auch einmal im Luks vor vier Jahren. Damals kursierten bereits Berichte über Probleme mit dem Cardioband.
In Zürich ist die Sterblichkeitsrate an der Herzklinik des Universitätsspitals aufgrund schlechter Behandlungsqualität jahrelang erhöht gewesen; rund 70 Menschen starben, wobei in elf Fällen Anzeigen erstattet wurden. Der frühere Star-Chirurg Francesco Maisano wurde beschuldigt, neue Implantate wie das Cardioband falsch oder unnötig einzusetzen. Er war Mitentwickler des Produkts und hatte finanzielle Interessen daran.
Das Luks gibt an, dass es bei einem Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt wurde und keine Komplikationen bekannt sind. Auch das Berner Inselispital setzte das Cardioband 36 Mal ein; dort laufen interne Abklärungen.
Aufgrund des Skandals will der Bundesrat die Regeln für Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Medizinprodukteherstellern verschärfen, sodass finanzielle Beziehungen nur noch schriftlich festgehalten werden dürfen. Die Patientenorganisation «SPO» fordert darüber hinaus ein öffentliches Register zur Offenlegung wirtschaftlicher Interessen von Ärzten.
Verwendete Quellen: Bericht in der «NZZ am Sonntag”