Pfister betonte, dass das Verständnis für einen umfangreichen Sicherheitsbegriff in der finnischen Gesellschaft weit entwickelt sei. Im Milizsystem sind viele Bürgerinnen und Bürger bis zum Alter von 65 Jahren bereit, als Reservisten zu dienen.
Auch in der Schweiz gebe es laut Pfister den Willen zur Investition in Sicherheitsbereiche. Er erwähnte jedoch, dass Finnland sowie andere Nationen bei Aufrüstungsmaßnahmen schneller voranschreiten. Seine Amtskolleginnen und -kollegen zeigten Verständnis für die langsameren politischen Prozesse in der Schweiz.
Pfister vermutet, dass in der Schweiz weniger Sensibilität besteht als bei unmittelbaren Nachbarstaaten von Kriegsregionen. Er führte aus: «Wir haben hier eine lange Friedensperiode. Es dauert etwas länger, um das Thema Sicherheit in der Gesellschaft breit zu priorisieren.»
Dennoch spüre er den Willen innerhalb der Schweizer Bevölkerung, Maßnahmen zu ergreifen, «im Rahmen unserer Neutralität», so Pfister. Dazu zählten beispielsweise friedensfördernde Einsätze oder Minenräumungen.
In dieser Woche plant sich der Schweizer Verteidigungsminister auch in Warschau ein Bild von den Wahrnehmungen und Maßnahmen gegen Bedrohungen zu machen, die Länder in unmittelbarer Nähe zu Russland und der Ukraine ergreifen. Von seinem Besuch in Osteuropa sowie dem Treffen mit dem polnischen Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erhoffe er sich wichtige Informationen zur Bedrohungsabwehr, sagte Pfister. Polen spiele eine führende Rolle bei der Abschreckung in Europa.
Pfister nutzt seine Arbeitsreise, um mit Fachexperten aus Armee und Sicherheitspolitik sowie Parlamentariern zu sprechen und Schauplätze der Sicherheitskräfte zu besuchen. Ziel sei es herauszufinden, welche Bedrohungen als besonders relevant gelten, welche Lösungsansätze die Länder entwickeln und wie diese Erkenntnisse für die Schweizer Sicherheitspolitik genutzt werden könnten.
SRF 4 News, 14.3.2026, 15 Uhr