Unter der Präsidentschaft von Donald Trump haben sich die Vereinigten Staaten erheblich verändert, wie Barbara Colpi, Korrespondentin für Radio SRF seit Juli 2022, berichtet. Colpi arbeitet seit 2005 bei Radio SRF und war zuvor als Redaktorin in der Sportredaktion tätig, bevor sie 2016 nach Lausanne wechselte.
Die Berichterstattung gewann an Unberechenbarkeit. Der Präsident kommuniziert oft über soziale Medien, was die tägliche Planung erschwert. In den USA selbst wird der politische Trubel weniger intensiv verfolgt; Menschen diskutieren häufiger lokale Probleme wie die Verschmutzung des Potomac.
Die ständige Präsenz der Nationalgarde in Washington seit dem letzten Sommer markiert eine tiefgreifende Veränderung. Dies ist einzigartig für diese Hauptstadt, und das Vorhandensein bewaffneter Soldaten hat die Stimmung beeinflusst. Zudem führt die verstärkte Aktivität von ICE zu Angst unter vielen lateinamerikanischen Einwohnern.
Ein Gefühl der Müdigkeit gegenüber Hass und Polarisierung ist spürbar. In Kansas City zum Beispiel wünschen sich die Menschen mehr Freundlichkeit, besonders bei politischen Diskussionen. Trotz Trumps Versprechen sind Lebenshaltungskosten gestiegen: Nahrungsmittel und Freizeitaktivitäten sind teuer geworden.
Der Krieg hat viele Amerikaner enttäuscht, auch unter seinen Unterstützern, da er die Erwartungen an ein Ende militärischer Konflikte nicht erfüllt. Die Mehrheit missbilligt den Krieg, insbesondere wenn amerikanische Soldaten sterben.
Tagesgespräch, 24.3.2026, 13 Uhr; srf/hesa;mcep