Der Reingewinn der Migros ist im Jahr 2025 auf 1.1 Milliarden Franken gestiegen, nachdem er im Vorjahr noch bei 419 Millionen lag. Dieser Anstieg resultierte jedoch hauptsächlich aus dem Verkauf von Tochterunternehmen wie Mibelle, Obi und Hotelplan. Isabel Pfaff, SRF-Wirtschaftsredaktorin seit Juni 2024, erläutert die Hintergründe dieses Gewinnsprungs.
Isabel Pfaff wechselte zur Schweiz-Korrespondentin bei der “Süddeutschen Zeitung”, bevor sie im Juni 2024 zu SRF kam.
Im Kerngeschäftsfeld, den Supermärkten, zeigt sich die Migros relativ schwach. Im Vergleich zum restlichen Detailhandel konnte sie nicht von der positiven Marktlage profitieren und verlor Marktanteile. Ein Grund dafür ist die Tiefpreisstrategie: Bei etwa 1000 Produkten – einem Zwölftel ihres Sortiments – senkte die Migros die Preise auf Discounter-Niveau, um mit Wettbewerbern wie Lidl und Aldi konkurrieren zu können. Dies belastet jedoch den Umsatz. Zudem investiert die Migros in die Modernisierung ihres Filialnetzes, was vorübergehend Schließungen und Umsatzeinbußen zur Folge hat.
Mario Irminger, der Migros-Chef, ist optimistisch und erwartet ab 2028 wieder bessere Zeiten. Er betont, dass die Investitionen von 1.5 Milliarden Franken im Jahr 2025 in tiefe Preise, Filialen, Logistik und Produktion bald Früchte tragen werden. Aktuell hat die Migros etwa 720 Verkaufsstellen; bis 2030 sollen davon 350 modernisiert und 140 neue hinzukommen. Ziel ist eine dauerhafte Marge von rund 2.5 Prozent im Kerngeschäft, ähnlich wie bei Coop.
Mario Irminger verkündet ebenfalls das Ende der Portfolio-Bereinigung: Der Verkauf der Tegut-Ladenkette markiert den Abschluss. Die Migros konzentriert sich nun auf vier zentrale Geschäftsbereiche: Lebensmittelhandel mit ihren Läden, Migrolino, Denner und eigener Produktion; Non-Food-Bereich mit Digitec Galaxus; Gesundheit (Medbase, Fitnesszentren); sowie Finanzdienstleistungen über die Migros-Bank. Während der Lebensmittelbereich noch Potenzial hat, zeigt sich die Migros in den anderen Bereichen bereits stark und wachsend.
Ende 2025 beschäftigte die Migros knapp 92’000 Mitarbeitende, rund 7000 weniger als im Vorjahr. Ursprünglich hatte sie Anfang 2024 angekündigt, dass Umbauprozesse etwa 1500 Stellen kosten würden. Tatsächlich fielen deutlich mehr weg, da die Gruppe in der Zwischenzeit um mehr als 20 Tochterunternehmen schrumpfte. Die Mitarbeiter dieser Firmen konnten jedoch häufig bei den neuen Eigentümern weiterbeschäftigt werden.