Christine Brand, geboren 1973, ist als Schriftstellerin bekannt für ihre kriminalromane mit realem Hintergrund. Früher als Gerichtsreporterin tätig, lebt sie seit 2018 ausschließlich vom Schreiben und veröffentlichte zahlreiche Krimis. Zudem tritt sie als Expertin in der Sendung “True Crime Schweiz” auf. Aufgewachsen im Emmental, pendelt sie heute zwischen Zürich und Sansibar.
Im Gespräch mit SRF erläutert Brand, dass viele ihrer Leser*innen die Bücher nicht aus der Hand legen können. Diese Anerkennung empfindet sie als großes Kompliment. Häufig schreibt sie nachts, was für sie eine inspirierende Zeit darstellt.
Während ihre Geschichten meist in der Schweiz spielen, lebt Brand nun in Sansibar. Sie beschreibt, wie tief sie in die Geschichte eintauchen kann und dass ihr Schreibort dabei keine Rolle spielt. Ihre Romane basieren oft auf realen Fällen, wobei die Fantasie den Anfangspunkt weitertreibt.
Brand reflektiert über ihre intensive Auseinandersetzung mit Tätermotiven und erkennt, dass sie sich dabei auch selbst hinterfragt. Die Realität ist für sie häufig brutaler als ihr Schreiben. Bei “True Crime Schweiz” legt sie Wert darauf, Verbrechen sachlich zu behandeln, um Sensationslust zu vermeiden und die Opfer im Blick zu behalten.
Die Sendung ergründet reale Kriminalfälle in der Schweiz mit regelmäßigen Berichten über Mord, Brandstiftung und Geldwäscherei. Während ihres Schreibens stellt sie fest, dass einige Fälle zu brutal für ihre Bücher wären.
Einige Kritiker*innen beschreiben ihre Bücher als unkompliziert und plotzentriert. Diese Rückmeldungen nehmen sie gelassen hin, da ihr Ziel ist, ein breites Publikum zu erreichen.
Obwohl das Schreiben intuitiv erscheint, sieht Brand den Nachbereitungsprozess als besonders arbeitsintensiv an: Überarbeitung, Lektorat und Lesetouren fordern viel Zeit. Sie fühlt sich heute mehr in Sansibar zu Hause, wo sie mit Freiheit lebt.
Das Gespräch führte Judith Wernli.