Der Aargau führte als erster Kanton obligatorische Infotage im Zivilschutz ein, um Interesse für das Engagement in Bevölkerungsschutzeinheiten zu wecken. Veranstaltet werden diese von verschiedenen Bevölkerungsschutzregionen, wobei Rekrutierungsmöglichkeiten vor Ort fehlen.
Obwohl die Infotage von Polizei, Samariterdienst, Feuerwehr und Zivilschutz durchgeführt werden, zeigen aktuelle Daten eine mangelnde Effizienz. Im Jahr 2024 besuchten 2466 Personen rund 60 Veranstaltungen, doch nur eine Person konnte für den Zivilschutz gewonnen werden, wie in einem Parlamentsvorstoss berichtet.
Ein Aargauer aus dem Kosovo musste wegen Nichterscheinens beim Infoanlass 700 Franken zahlen: 300 Franken Busse und 400 Franken Gebühren. Aufgrund dieser geringen Erfolge empfehlen neun der zwölf Zivilschutzkommandos eine Einstellung der Sicherheitsveranstaltungen, stoßen jedoch bei Verwaltungsbehörden auf Widerstand.
Das Berner Parlament hat ein ähnliches Konzept beschlossen. Der Aargau plant, die obligatorischen Infotage bis 2028 weiterzuführen und hat bereits Änderungen im Bussenverfahren eingeleitet: Präsenzkontrollen mit Visum und Einschreiben für Zweitaufforderungen.
Laut Anfrage beim zuständigen Departement gab es in den Jahren 2024 und 2025 Probleme bei der Vollstreckung von Strafen. Ein Regionales Führungsorgan hat für die Administration eine halbe Stelle eingerichtet, was als unverhältnismäßiger Aufwand gesehen wird.
Trotz des Drucks auf Anwesende durch Strafbefehle und der Empfehlung zur Beendigung der Infotage bleibt das Engagement im Zivilschutz schwach. Einige Organisationen berichten, dass Androhungen von Strafen zu erhöhter Teilnahme führen.