Diamanten entstehen unter extremen Bedingungen im Erdmantel aus Kohlenstoff und sind umso wertvoller, je klarer sie sind. Bei farbigen Diamanten, den sogenannten “fancy diamonds”, gilt das Gegenteil: Je intensiver die Färbung, desto höher der Wert. Diese Edelsteine sollten nicht mit anderen gefärbten Juwelen wie Rubinen, Smaragden oder Saphiren verwechselt werden.
Kevin Weinberg, Geschäftsführer des Antwerpener Diamantenhändlers AMC, betont die Beliebtheit gelber Diamanten und stellt fest: “Bläuliche Diamanten sind besonders selten. Ein intensiv blauer Stein ist typisch für die Cullinan-Mine in Südafrika.” Weitere geschätzte Farbtöne umfassen Rosa oder ein orange-rotes Erscheinungsbild. Weinberg hebt hervor: “Eine bestimmte Farbe ist sehr speziell und äußerst selten.”
Die Edelsteinmesse Gem Genève in Genf, gegründet 2018 von den Händlern Thomas Faerber und Ronny Totah, zieht jährlich zahlreiche Besucher an. In ihrer zehnten Ausgabe vom 7. bis 10. Mai besichtigten etwa 4000 Interessierte die prachtvollen Steine. Die Verkaufszahlen und -preise der Händler bleiben vertraulich, doch es wird geschätzt, dass Hunderte von Millionen Franken umgesetzt wurden.
Intensiv gefärbte Diamanten sind äußerst rar und nur alle 20 bis 30 Jahre in Minen zu finden. Laut Weinberg können die Verkaufspreise mehrere Millionen pro erbsengroßem Stein erreichen. Der Schliff spielt eine entscheidende Rolle, um aus dem Rohmaterial einen glänzenden Diamanten zu machen. Bei farbigen Steinen wird dies komplexer: “Es ist entscheidend, die stärkste Färbung im Rohdiamanten zu identifizieren und präzise zu schleifen”, erklärt Weinberg.
Roy Safit, Leiter der Fancy Colour Research Foundation in Israel, weist darauf hin, dass farbige Diamanten zwar ein Nischenmarkt bleiben, dieser aber wächst. Luxusgüter-Konzerne investieren verstärkt Kapital in diese Edelsteine, und immer mehr Investoren nutzen sie als Wertanlage.
Während die Preise für klassische Diamanten durch preiswertere Laborsteine gesunken sind, bleibt der Markt für farbige Diamanten stabil. Safit erklärt: “Die Anzahl von Minenprojekten nimmt ab, da sich die Förderung bei niedrigen Preisen nicht mehr lohnt. Dadurch wird es unwahrscheinlicher, seltene gefärbte Diamanten zu entdecken, was voraussichtlich für stabile hohe Preise sorgt.”