In Zürich steht ein Krimineller vor Gericht, der im Auftrag chinesischer Drahtzieher gehandelt hat. Wang Lee, dessen Name geändert wurde, nutzte während eines 48-stündigen Zeitraums einen SMS-Blaster, um Phishing-Nachrichten an Passanten zu senden.
Am 23. Oktober 2025 parkte der junge Chinese in Agno, Tessin, und begann seine Tour durch die Schweiz. Der im Kofferraum verstaut Geräte war so konstruiert, dass er den Schutzmechanismus der Mobilfunkanbieter umgingen. Er gab vor, eine legitime Antenne zu sein und versendete SMS, die sich als Mitteilungen von DPD oder der Post ausgaben.
Wang Lee fuhr durch Tessin und schließlich nach Zürich, wo er tausende Handys anstieß, indem er mit seinem Gerät in der Nähe des Letziparks unterwegs war. Dies führte zu Störungen bei Telefongesprächen und Datenverbindungen. Seine Aktionen wurden von Swisscom bemerkt, die den Vorfall zur Polizei meldeten.
Nach 45 Minuten wurde Wang Lee in Zürich verhaftet. Beim Prozess bekannte er sich schuldig des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs und der Störung von Diensten für die Allgemeinheit.
Die Betrugsmasche ist neu in der Schweiz, doch bereits international bekannt, mit Vorfällen unter anderem in Toronto und Bangkok. Die Täter sind oft chinesische Staatsbürger, während die Drahtzieher im Verborgenen bleiben.
Wang Lee wurde nach seiner Verhaftung sieben Monate in Sicherheitshaft genommen, da es sich um den ersten Fall dieser Art handelte. Er erhielt technische Anweisungen über SMS von seinen Auftraggebern und hatte keine Kenntnis der kriminellen Hintergründe.
Interessanterweise meldeten sich im Zürcher Fall keine Geschädigten, was darauf hindeutet, dass die Phishing-Versuche nicht erfolgreich waren. Wang Lee wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt und muss seine Verfahrenskosten tragen.
Nach dem Urteil wird er nach Italien ausgeschafft, wo er lebt. Er äußerte den Wunsch, zurückzukehren und Geld zu verdienen.