Die USA bleiben das Land mit der höchsten Rate an Schusswaffenverbrechen weltweit. Im Jahr 2026 wurden bis März bereits 68 Massaker registriert, bei denen mindestens vier Personen verletzt oder getötet wurden, gemäß dem Gun Violence Archive. Das Jahr 2025 zählte 406 solcher Vorfälle. Auch in Schulen gab es laut CNN dieses Jahr mindestens acht Angriffe.
Die hohe Zahl an Schusswaffen und damit verbundene Massaker ist auf die Verbreitung von Waffen zurückzuführen. Laut der Small Arms Survey aus dem Jahr 2018 hat Amerika den höchsten Pro-Kopf-Besitz an Schusswaffen weltweit. Seit der Jahrtausendwende steigt nicht nur die Zahl der Waffen, sondern auch der Massaker kontinuierlich.
In vielen Haushalten in den USA sind Waffen präsent: 40 Prozent der Erwachsenen lebten gemäß einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2023 in einem solchen Haushalt. Der Besitz variiert regional, wobei der Mittlere Westen und Süden höhere Anteile aufweisen.
Die genaue Anzahl an privaten Schusswaffen ist unklar, da keine nationale Registrierung existiert und ein Schwarzmarkt floriert. Die Small Arms Survey schätzte 2018 über 390 Millionen Waffen in Privatbesitz.
Leumundsprüfungen (Background-Checks) bei Kauf von Schusswaffen sind seit 1998 gesetzlich vorgeschrieben. Seit der Pandemie stiegen die Zahlen sprunghaft an, fielen jedoch im Jahr 2022 wieder ab und lagen über dem Niveau vor der Krise.
Das FBI verzeichnet “active shooter incidents”, bei denen Schüsse in öffentlichen Räumen erfolgen. Das schlimmste Massaker ereignete sich am 1. Oktober 2017 in Las Vegas, gefolgt vom Anschlag in Orlando im Juni 2016. Im Jahr 2023 registrierte das FBI 46 solcher Ereignisse.
Laut Pew Research Center starben 2023 etwa 47.000 Menschen durch Schusswaffen in den USA. Die Rate lag bei 13,7 pro 100.000 Einwohner, verglichen mit einem Höchststand von 16,3 im Jahr 1974.
Eine Studie im “Journal of the American Medical Association” zeigte, dass leichter Zugang zu Waffen die Zahl der Opfer erhöht. Daten des CDC zeigen die höchste Rate an Schusswaffenopfern in Mississippi, Louisiana und anderen Staaten mit über 23 Todesfällen pro 100.000 Einwohner.
Everytown for Gun Safety verknüpft strengere Waffengesetze mit weniger Waffengewalt: In den Staaten mit den lockersten Regeln gibt es dreimal so viele Opfer wie in denen mit den strengsten Gesetzen. Das Second Amendment der US-Verfassung, das die Rechte zum Waffenbesitz schützt, wird von Befürwortern als individuelles Freiheitsrecht interpretiert.
Die NRA hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1871 zur mächtigsten Lobbygruppe gegen strengere Waffengesetze entwickelt. Trotz rechtlicher Schwierigkeiten investierte sie 2021 fast 16 Millionen Dollar in politische Einflussnahme.
Alle weiteren Informationen und Hintergründe finden Sie auf der NZZ-Website.