Zürichs Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) steht im Fokus der Kritik, da Politiker ihr vorwerfen, früher auf eine Aufklärung des Skandals an der Herzklinik drängen zu müssen. Der Untersuchungsbericht bestätigt Missstände unter dem ehemaligen Direktor Francesco Maisano, darunter erhöhte Sterblichkeit und unzulässige Methodenerprobungen. Rickli habe jedoch nichts von diesen Problemen gewusst, da der Spitalrat ihr versichert hatte, dass das Patientenwohl nie gefährdet war. Ihre Rolle wird besonders kritisch gesehen, da sie bis heute im Amt ist und die Vorgänge nach Maisanos Abgang nicht zügiger aufgeklärt wurden.
Rickli, die seit Anfang 2020 Gesundheitsdirektorin ist, wurde erst Ende Januar 2020 durch einen Whistleblower über Probleme informiert. Trotz der pandemiebedingten Herausforderungen setzte sie Maßnahmen um, darunter eine Untersuchungserweiterung und Reformen zur Stärkung ihrer Aufsicht. Dennoch wird ihr vorgeworfen, sich auf die organisatorische Ebene zurückgezogen zu haben und den Spitalrat mit der Aufklärung beauftragt zu haben.
Im Frühjahr 2021 kam eine externe Untersuchung zum Schluss, dass keine Patienten gefährdet wurden. Rickli hält an dieser Einschätzung fest und betont, sie habe damals innerhalb des rechtlichen Rahmens gehandelt. Reformen sollen künftig ihre Aufsichtsmöglichkeiten erweitern.
Ein Vorwurf von “Inside Paradeplatz” besagt, dass Rickli 2022 über eine Zwischenbilanz informiert wurde, die auf Normalisierung der Sterblichkeitsraten unter Paul Vogt hinwies. Dies hätte Zweifel an der externen Untersuchung wecken müssen. Die Gesundheitsdirektion erklärte jedoch, sie habe sich damals an die institutionellen Prozesse gehalten und keine Befugnis für eine eigene Untersuchung besessen.
Im April 2024 machte Vogt im Gericht öffentlich, dass die Darstellung des Spitals über Maisano falsch war. Dies führte zur Bestellung eines neuen Berichts. FDP-Politikerinnen forderten daraufhin eine umfassende Aufarbeitung und fragten nach Ricklis Kontaktaufnahme mit der Staatsanwaltschaft, um Zeitverluste zu vermeiden.
Die Gesundheitsdirektion betonte erneut ihre begrenzten Handlungsmöglichkeiten außerhalb gesundheitspolizeilicher Missstände. Kritiker im Parlament sind überzeugt, dass Rickli hätte einschreiten müssen. Die Direktion argumentiert jedoch, dass eine umfassende Aufarbeitung erst ab 2027 möglich sein wird.