Die SBB hat beschlossen, das Sunflower-Projekt, welches ursprünglich in Zürich und Genf getestet wurde, auf die gesamte Schweiz auszuweiten. Diese Initiative soll Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen im öffentlichen Verkehr Unterstützung bieten.
Seit dem vergangenen Sommer erhalten Personen mit unsichtbaren Behinderungen wie Autismus, Hörproblemen oder Demenz ein spezielles Umhängeband. Dieses Band soll anderen signalisieren, dass der Träger eventuell mehr Zeit oder Hilfe benötigt. Die SBB hat das Projekt nach einer erfolgreichen Testphase nun landesweit umgesetzt.
Nach der Verteilung von 10’000 Bändern an Bahnhöfen in den Kantonen Zürich und Genf analysierte die SBB die Rückmeldungen der Nutzer. Aufgrund der positiven Resonanz wird das Band ab sofort in allen 115 SBB-Reisezentren angeboten.
Das Sonnenblumenband-Projekt stammt aus Grossbritannien, entwickelt von der Organisation Hidden Disabilities Sunflower, die es bereits in mehreren Ländern etabliert hat. In der Schweiz beteiligen sich neben den SBB auch weitere Unternehmen wie der Flughafen Zürich, Swiss, Basler Verkehrs-Betriebe, MatterhornGotthardBahn, Aargau Verkehr und das Technorama in Winterthur.
Der Verein Autismus Schweiz unterstützt die Initiative ebenfalls. Durch das Sonnenblumen-Band soll nicht nur Sicherheit für Menschen mit Autismus erhöht werden, sondern auch das Verständnis in der Gesellschaft gefördert werden.
Esther Buchmüller vom SBB-Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit und Inklusion betont die Bedeutung des öffentlichen Bewusstseins: «Nur wenn Mitreisende und Mitarbeitende wissen, wofür die Sonnenblume steht, erfüllt die Initiative ihren Zweck», zitiert sie «CH Media». Sie empfiehlt, Trägern Aufmerksamkeit, Raum und Zeit zu gewähren. Angesichts der hohen Nachfrage sind weitere Bänder geplant: Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung lebt mit einer Behinderung, wovon 80 Prozent unsichtbar sind.