Das Zuger Blockchain-Institut ist aus komplizierten Verhandlungen zwischen Finanzdirektor Heinz Tännler, der Hochschule Luzern und der Universität Luzern entstanden. Im Sommer 2021 kam während eines intellektuellen Abends die Idee auf, ein weltweit einzigartiges Institut in Zug für das boomende Crypto Valley zu gründen, so erinnert sich Heinz Tännler später. Nur wenige Monate danach begannen die schwierigen Gespräche, deren Auswirkungen bis heute andauern und Fragen zur gerechten Verteilung der Finanzmittel aufwerfen.
Für Heinz Tännler, ein begeisterter Befürworter von Blockchain-Technologie und Präsident der größten Lobbyorganisation in diesem Bereich, war das neue Institut eine Herzensangelegenheit. 2018 hatte er Bundesrat Johann Schneider-Ammann die Forderungen der Branche im Casino Zug übergeben. Blockchain-Technologie, bekannt durch Kryptowährungen, hat vielfältige Anwendungen von Bankwesen bis hin zum digitalen Ausweis.
Im Januar 2026 wurde das Institut an der Dammstrasse in Zug eröffnet, finanziert vom Kanton und unter der Leitung eines Professors der Universität Luzern. Die Forschung konzentriert sich auf die Auswirkungen von Blockchain-Technologie auf Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und Politik. An-Institute wie dieses sind selbstständige Forschungseinrichtungen in Verbindung mit einer Universität, wobei der Kanton Zug den Aufbau für fünf Jahre finanzierte.
Der Kanton Zug investiert 40 Millionen Franken in Blockchain-Forschung: 25 Millionen gehen an das neue Institut, 12 Millionen zur Förderung der Forschung der Hochschule Luzern (HSLU) und 2,5 Millionen für einen gemeinsamen Hub. Trotz ihrer bedeutenden Rolle im Bereich Blockchain ist die HSLU nicht Teil des Instituts.
Die Recherche basiert auf den Protokollen des Zuger Regierungsrats von 2022, die zentralplus einsehen konnte. Diese Woche erscheint täglich ein neuer Teil der Ergebnisse; am Samstag steht Ex-Regierungsrat Beat Villiger im Fokus und am Sonntag wird eine neue Datenbank präsentiert. Die Recherche wurde vom “Recherchefonds von investigativ.ch / Daniel Brunner” unterstützt.
Die Gespräche gestalteten sich kompliziert: Anfänglich wollte der Kanton die vorhandenen Kompetenzen der HSLU mit denen der Universität vereinen. Im März 2022 wurde ein Modell zur Zusammenarbeit beschlossen, obwohl Konfliktpotenzial bestand. Trotz anfänglicher Spannungen verbesserten sich die Beziehungen zwischen den Institutionen im Laufe der Zeit.
Im Oktober 2023 stand in einer Kommission des Kantonsrats zur Diskussion, dass die HSLU möglicherweise zu wenig Geld erhielt. Ein Mitglied schlug eine Erhöhung um 2,5 Millionen Franken vor, was jedoch abgelehnt wurde. Heinz Tännler sprach mit der Rektorin der HSLU und klärte das Thema.
Trotz Kritik ist die Hochschule zufrieden mit dem vorgesehenen Beitrag, sieht aber in langfristigen Förderungen eine Herausforderung. Obwohl Konkurrenz zwischen den Schulen verneint wird, gab es Überlegungen zu einem gemeinsamen Institut, was letztlich verworfen wurde. Die Universität Luzern gründete eigenständig ihr fünftes An-Institut.
Die Entwicklung zeigt Heinz Tännler als zentralen Akteur und wichtigen Förderer des Projekts.