Zwischen Oktober 2025 und März 2026 führte der Kanton Appenzell Ausserrhoden eine freiwillige Untersuchung auf PFAS-Verunreinigungen in Milchbetrieben durch. Die Ergebnisse zeigten erhöhte Werte bei rund einem Drittel der untersuchten Betriebe, wobei einige die EU-Richtwerte deutlich überschritten. Trotzdem spricht man nicht von einem allgemeinen Problem im Kanton; dennoch hat dieser Bundeshilfe zur Bewältigung des Themas angefordert. Christian von Burg, Wissenschaftsredaktor bei SRF, erläutert die wichtigsten Aspekte.
Der Journalist, geboren 1972 und seit 2017 in der SRF-Wissenschaftsredaktion tätig, war zuvor Inlandredaktor bei Radio SRF sowie Chefredaktor der Zeitung «Der Bund».
Die Untersuchungen belegen erneut die Existenz lokaler Hotspots mit erhöhten PFAS-Konzentrationen in Lebensmitteln. Aufgrund intensiverer Kontrollen wird häufiger festgestellt, dass Proben EU-Grenzwerte überschreiten, obwohl die Schweiz noch keine eigenen Grenzwerte für viele dieser Stoffe definiert hat.
PFAS umfassen eine Vielzahl von Chemikalien, von denen nur ein Bruchteil wissenschaftlich untersucht wurde. Sie zeichnen sich durch chronische Giftigkeit aus und können sich im Körper anreichern. Einige sind krebserregend, andere potenziell krebserregend, und die Trifluoressigsäure gilt als möglicherweise fortpflanzungsgefährdend.
PFAS sind langlebige Chemikalien, die in der Umwelt kaum abgebaut werden können. Sie waren jahrzehntelang Bestandteil von Alltagsprodukten wie wasserabweisender Kleidung und Kochgeschirrbeschichtungen. Ein Teil dieser Stoffe gelangte über Kläranlagen in die Landwirtschaft, was zur Verbreitung durch Böden, Wasser und Tiere führte.
Die stark belasteten Proben aus Appenzell Ausserrhoden sind nach aktuellem Wissen Ausnahmen. Eine Untersuchung des Verbands der Kantonschemikerinnen und -chemiker im Jahr 2025 zeigte bei zwei von 86 Milchproben in der gesamten Schweiz erhöhte PFAS-Werte gemäß EU-Richtwerten, was jedoch kein flächendeckendes Problem darstellt. Auffällig ist auch, dass Käse höhere Konzentrationen als Milch aufweist.
Gegenmaßnahmen gegen PFAS sind begrenzt. Der Verzicht auf bestimmte Produkte kann helfen, da sich die Stoffe besonders in fetthaltigen Lebensmitteln anreichern. Bodenreinigungen können den Humus zerstören und bieten bei großen Flächen keine vollständige Lösung.
SRF 4 News, 26.3.2026, 10 Uhr; srf/stol; liea