Die Ukraine zeigt sich zunehmend unzufrieden über die Rolle der USA in den Friedensverhandlungen. Trotz fehlender Kompromissbereitschaft Russlands, übt Washington Druck auf Kiew aus. Kernpunkte der Verhandlungen sind die territoriale Neuordnung des Donbass und Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Ukrainischer Präsident Wolodimir Selenski informierte Reuters, dass die USA Sicherheitsgarantien erst in Aussicht stellen würden, wenn Kiew sich aus dem Donbass zurückzieht – eine zentrale Forderung des Kremls. Eine Einfrierung der Gefechte entlang der aktuellen Frontlinie lehnt Russland ab, während die Ukraine wichtige Teile Donezks kontrolliert, darunter Festungsstädte wie Kramatorsk und Slowjansk. Selenski betonte, dass diese Regionen für die Sicherheit seines Landes unabdingbar sind.
Der Verhandlungsprozess, initiiert von den USA, stockt aufgrund des Golfkriegs. Eine für März in Abu Dhabi geplante Runde wurde verschoben, doch fanden kürzlich erneut bilaterale Gespräche zwischen der Ukraine und den amerikanischen Verhandlern Steve Witkoff und Jared Kushner statt. Trotz der als “konstruktiv” beschriebenen Treffen blieben konkrete Fortschritte aus.
Die USA lockerten zeitweise Sanktionen gegen russisches Öl, was Russland Milliarden einbrachte, während Kiews finanzielle Aussichten durch ein ungarisches Veto bei einem EU-Hilfspaket von 90 Milliarden Euro trüb bleiben. Zudem normalisieren die USA das Verhältnis zu Moskau: Eine Duma-Delegation unter Wjatscheslaw Nikonow wird für einen Besuch erwartet.
Auch wenn der sicherheitspolitische Nutzen einer starken Ukraine offensichtlich ist, zeigt sich Präsident Donald Trump nach wie vor skeptisch gegenüber Selenski. Für Russland ist die Lage günstig: Moskau bleibt verhandlungsbereit, aber zu Kompromissen kaum bereit. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow wies einen Bericht der “New York Times” über ein fehlendes Interesse Putins an Friedensverhandlungen als erfunden zurück.
Angesichts größerer finanzieller Ressourcen und amerikanischer Ablenkung sieht sich Moskau im Vorteil, um eigene Forderungen durchzusetzen. Doch auch Russland ist begrenzt in seinen Möglichkeiten: Die Wirtschaft steht trotz hoher Ölpreise vor Rezessionen, und die Bevölkerung zeigt sich zunehmend unzufrieden mit den Folgen des Krieges.