Auf ihrem sechsten Studioalbum «Krise als Chanson» widmet sich das Berner Duo Lo & Leduc nicht mehr den leichten Alltagsthemen, sondern ernsthaften gesellschaftlichen Problemen. Mit eingängigen Melodien und scharfem Wortwitz setzen sie sich mit Themen wie Krieg, der Rolle der Schweiz in der Rüstungsindustrie, der Klimakrise sowie sozialen Ungleichheiten auseinander. Im Interview beschreiben die beiden dies als ihr direktestes Werk.
Luc betont: «Musik muss nicht unbedingt politisch sein», doch Leduc fügt hinzu: «Auch Schweigen ist ein Statement.» Das Album widerspricht der Idee, dass Krisen Chancen bieten; stattdessen sollen sie klar benannt und bewältigt werden, was sich im Titel «Krise als Chanson» widerspiegelt.
Die aktuelle globale Lage beeinflusste die Wahl ihrer Themen, aber auch der Wunsch nach einem verletzlicheren Album. Die Hörerinnen und Hörer sollen durch die Texte zum Nachdenken angeregt werden. Als Gegenmittel gegen Missstände betonen sie den Wert von Gemeinschaft und Beziehungen.
Trotz des Erfolgs ihres Megahits «079», der 21 Wochen lang ununterbrochen Platz 1 der Schweizer Hitparade hielt, entschieden sich Lo & Leduc gegen leichtere Themen. Der Song bleibt eine Quelle von Geschichten und Erinnerungen für das Duo.
Lo sieht sein neues Vatersein als prägenden Faktor im kreativen Prozess des Albums: «Es gibt kein Zurück, alles ist geprägt durch diese Veränderung», erklärt er. Leduc ergänzt begeistert: «Du hast voller Ideen gesprudelt.»
Diese neuen Erfahrungen haben sie mutiger gemacht – ein Mut, der sich in ihrer Offenheit und Verletzlichkeit auf dem Album zeigt. Trotz schwerwiegender Themen vermitteln Lo & Leduc ihre typische Leichtigkeit, unter anderem mit einer Ballade als Erstling: «Für Love». Leduc erklärt: «Es geht mir um die Verbindung – wenn es irgendwo Anlass für Gespräche gibt, bin ich sehr glücklich.»
Radio SRF 3, Schweizer Musiksendung «punkt CH», 26.3.2026, 19:50 Uhr