Ein Lehrer äußert Sorgen über fehlende Rauchmelder in seiner Schule, da der Einbau dort nicht verpflichtend ist. Die Tragödie des Brandes in Crans-Montana, bei dem 41 Menschen starben, hat den Brandschutz verstärkt: Ab April gilt ein nationales Pyroverbot in öffentlichen Räumen.
Trotz gestiegener Nachfrage nach Brandschutzausrüstung wie Rauchmeldern sind diese an Schweizer Schulen oft nicht vorhanden. Mehrere Lehrkräfte, die sich bei Nau.ch gemeldet haben, befürchten unzureichenden Schutz, besonders in naturwissenschaftlichen Klassenräumen.
Hans Meier*, ein Sekundarlehrer, bemängelt: “Es ist bedenklich, dass wir über keine Rauchwarnmelder verfügen. Das ist insbesondere bei Natur- und Technikräumen gefährlich, da sich Brände schnell entzünden können, etwa durch Sauerstoffflaschen.” Es gibt keine einheitlichen Zahlen zum Stand des Brandschutzes in Schulen; eine Pflicht zur Installation von Rauchmeldern besteht nicht.
Dagmar Rösler vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) zeigt Verständnis für die Sorgen: “Eine Überprüfung der aktuellen Empfehlungen wäre sinnvoll”, so ihr Kommentar gegenüber Nau.ch. Andrea Morgenthaler-Hassler von der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen betont, dass Brandschutzmassnahmen verhältnismäßig sein müssen. Untersuchungen zeigen, dass Rauchmelder in Wohngebäuden nicht notwendig seien; ähnliches gelte für Schulen.
Eine Nau.ch-Umfrage ergab ein uneinheitliches Bild des Brandschutzes an Schweizer Schulen: Die Zuständigkeit liegt meist bei den Gemeinden, mit Ausnahme der Kantonsschulen. Kontrollen werden oft von Gebäudeversicherungen durchgeführt.
Die Aargauer Gebäudeversicherung überprüft jährlich etwa 900 Gebäude; wie viele Schulen dabei sind, ist unklar. Im Solothurnischen wird die Brandmeldeanlagen gemäß nationaler Vorgaben alle vier bis fünf Jahre getestet. Rino Curti vom Kanton Solothurn betont: Die Sorgen des Lehrers sind ernst zu nehmen, doch naturwissenschaftliche Räume müssen lediglich Lüftungen und Abzüge haben.
Im Kanton Bern werden die Gemeinden in die Pflicht genommen; Notfall- und Krisenkonzepte sind vorgeschrieben. In Basel-Stadt und Zürich finden regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen statt, auch für sensible Räume. Alexander Kummer von St. Gallen unterstreicht, dass Brandschutz durch regelmäßige Kontrollen gesichert ist; Schulungen helfen bei der Gefahrenbewältigung.
Branchenverbände wie SES und Securitas sehen keine Notwendigkeit für eine Pflicht zu Rauchmeldern: “Die Entscheidung liegt bei der Politik”, so SES. Beide betonen jedoch die Möglichkeit, zusätzliche Sicherheit durch eigene Anlagen zu schaffen.
Die Aargauische Gebäudeversicherung empfiehlt aus Präventionsgründen Rauchmelder, die regelmäßig geprüft werden sollten. Ergänzend sind Löschmittel wie Feuerlöscher sinnvoll. Trotz dieser Maßnahmen bleibt bei Lehrern wie Hans Meier ein mulmiges Gefühl: “Rauchmelder könnten die Sicherheit erheblich erhöhen”, ist sein Fazit.
*Name von der Redaktion geändert.