Hana Fink
In Horw hat sich die Diskussion über die zunehmend kommerzialisierte Angehörigenpflege intensiviert. Während früher Pflegearbeiten innerhalb der Familie organisiert wurden, sind nun Firmen und Tarifstrukturen eingebunden. Ein politischer Vorstoss zielt darauf ab, mehr Klarheit über die Kontrolle und Gewinner solcher Geschäftsmodelle zu schaffen.
Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen weiterhin zu Hause aus persönlichen Gründen oder aufgrund von Notwendigkeit. Neu ist jedoch der wachsende Einfluss kommerzieller Anbieter. In Horw möchte die Politik genaue Informationen darüber erhalten, wie diese Systeme funktionieren.
Eine Interpellation von Hugo Glutz und weiteren Mitgliedern aus Mitte und GLP will Aufschluss darüber geben, wie Firmen arbeiten, die Angehörige für Pflegeleistungen anstellen oder bezahlen. Es wird vom Gemeinderat gefordert, die Regeln dieser Anbieter darzulegen, wer sie überwacht und inwiefern ihre Kosten transparent sind.
Der Vorstoss reagiert auf Berichte von zentralplus über umstrittene Geschäftsmodelle. Dabei werden Angehörige durch Spitex-Firmen angestellt, die Pflege weiterhin selbst erbringen, während sie nur einen Bruchteil der Kosten erhalten. In einem Fall bekam eine Frau 30 Franken pro Stunde für ihre Arbeit, während die Firma 72.50 Franken verrechnete.
Die Interpellation möchte klären, ob Preise frei sind oder festgelegt werden müssen und wie sich die Kostenstruktur zusammensetzt. Es wird nach dem Anteil an Löhnen im Vergleich zu Verwaltungskosten gefragt.
Weiterhin soll der Gemeinderat Auskunft darüber geben, wer die Leistungen kontrolliert und ob es eine entsprechende Behörde gibt, die solche Firmen genehmigt. Es wird hinterfragt, ob dieselben Vorschriften wie für traditionelle Spitex-Betriebe gelten.
Die Abgrenzung zwischen familiärer Unterstützung und bezahlter Pflege ist ebenfalls von Interesse. Der Gemeinderat soll darlegen, wo der rechtliche Rahmen beginnt.
Neben diesen neuen Modellen wird auch die allgemeine Situation der Spitex in Horw thematisiert. Es wird nach dem Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern und den Kriterien für Betriebsbewilligungen gefragt sowie danach, wer die Qualität und Menge der Leistungen kontrolliert.
Verwendete Quellen:
– Interpellation von Hugo Glutz