Ein angenehmes Radfahren hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter denen kleine Anpassungen große Auswirkungen haben können. Die Frage nach der Übersetzung stellt sich oft dann, wenn die Steigungen als zu anspruchsvoll empfunden werden, man sich nicht fit genug fühlt oder körperliche Beschwerden auftreten. Typische Reaktionen sind: «Ich bin untrainiert», «Ich bin zu alt» oder «Meine Sitzposition muss geändert werden». Diese Annahmen verlieren an Bedeutung, sobald die Übersetzung optimiert wird.
Die Übersetzung beeinflusst das Verhältnis zwischen Pedal- und Radumdrehungen entscheidend. Sie hängt von der Anzahl der Zähne bei Kettenblättern und Ritzeln ab. Diese Faktoren sind besonders beim Einstieg in den Radsport wichtig.
Simon Vitzthum, ehemaliger Bahnradprofi und heutiger Leiter des Service-Courses bei Swiss Cycling, erklärt: «Früher war die Gangbandbreite durch weniger Gänge deutlich begrenzt. Die Technologie für eine größere Auswahl fehlte damals noch.» Besonders Rennräder bieten heute vielfältige Möglichkeiten.
Vitzthum betont: «Die entscheidenden Gänge sind der strengste und der lockerste, die den Rest der Abstufung bestimmen». Er empfiehlt für Einsteiger bei Shimano vorne 34- und 50-Zähne-Kettenblätter sowie hinten eine Kassette von 11 bis 34 Zähnen. Bei Sram sind es 33 zu 50 vorn und 10 zu 33 hinten.
Bea Seekirchner, die untervelo-plausch.ch betreibt und als Swiss Cycling Guide aktiv ist, findet allgemeine Empfehlungen schwierig: «Das Fahrgefühl kann je nach Alter, Fitness oder Terrain stark variieren.» Die Wahl der Übersetzung hängt also von den geplanten Strecken ab.
In Radgruppen wird oft die Kurbellänge diskutiert. Vitzthum erläutert: «Kürzere Kurbeln sind beliebter, da sie leichter zu drehen sind. Für Anfänger ist das aber nicht entscheidend; Größen zwischen 160 und 170 Millimetern eignen sich für Personen unter 1,70 m.» Die Art der Gangschaltung spiele keine wesentliche Rolle.
Für Rennräder empfiehlt Vitzthum ein Zweifachblatt wegen der besseren Bandbreite, während Gravelfahrer oft ein Monoblatt bevorzugen, da es robust und weniger fehleranfällig ist. Seekirchner rät: «Vertraue auf dein eigenes Gefühl! Probiere Fahrräder aus, um langfristigen Fahrspaß zu gewährleisten.»
Der lockerste Gang, besonders im Berg, ist entscheidend, da er ein leichteres Treten ermöglicht und die Muskelkraft schonen kann: «Ein guter Gang bietet eine größere Bandbreite, was bei steilen Anstiegen hilfreich ist», so Vitzthum.
Vitzthum betont auch: «32- oder 34er-Kassetten sind heutzutage Standard und erleichtern Einsteigern die Wahl.» Oft schalten Fahrer zu selten, was Energie kostet. Eine angemessene Kadenz spart Kraft und erhöht die Ausdauer.
Seekirchner kennt körperliche Beschwerden bei Radfahrern gut: «Der Austausch mit anderen kann helfen, solange man seinem eigenen Gefühl vertraut». Sie erfuhr von einem Gravelfahrer, der erfolgreich ein Zweifachblatt nutzt, obwohl dies unüblich ist. Solche Erkenntnisse zeigen, dass es keine Einheitslösung gibt.
Vitzthum empfiehlt ein Bike-Fitting zur Vermeidung von Schmerzen: «Ein zu hoher Sattel oder zu breiter Lenker können Beschwerden verursachen. Die Wahl der Übersetzung beeinflusst die Belastung des Körpers, und eine ständig zu strenge Gangwahl kann den Rücken belasten.»