Nach einer Dekade an der Spitze des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) geht Christian Hegner nun in Pension. Während seiner Führung war er mit Herausforderungen wie der Covid-19-Pandemie, dem Absturz einer historischen Ju-52 und einem FA-18-Unglück konfrontiert. SRF sprach mit ihm über die jüngsten Anfragen zu militärischen Überflügen infolge des Iran-Konflikts.
In den vergangenen Jahren verzeichnete das Bazl etwa ein Dutzend Anfragen für US-amerikanische Militärflüge. Hegner betonte, dass solche Flugbewilligungen abgelehnt werden, wenn sie direkt mit kriegerischen Aktionen verbunden sind und der Inhalt unbekannt bleibt. Die Entscheidungen erfolgen in Abstimmung mit dem Auswärtigen und Verteidigungsdepartement; bei sensiblen Fällen liegt die letzte Entscheidung beim Bundesrat.
Hegner hob hervor, dass humanitäre Flüge, wie der Transport von Verletzten nach Frankfurt am Main, erlaubt werden können. Airlines wie Swiss haben jedoch ihre Flüge in den Golfraum reduziert. Das Bazl gibt Empfehlungen aus, verfügt aber über keine Befugnis zum Erlass von Flugverboten.
Zu den Aufgaben des Bazls gehört auch die Beilegung von Entschädigungsforderungen. Hegner beobachtet einen Anstieg der Beschwerden, begründet durch das vermehrte Reisen nach der Pandemiezeit, weniger jedoch durch aktuelle Krisen.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat die Lage bei Skyguide als «heikel» beschrieben. Hegner bestätigt, dass eine Modernisierung der IT-Systeme notwendig ist und betont, dass trotz Verbesserungen noch Herausforderungen bestehen. Die Sicherheitsaufsicht umfasst kritische Fälle wie den Tod eines Flugbegleiters durch Atemmaskenmangel. Daraufhin wurden Schulungsmaßnahmen verstärkt.
Mit seiner Pensionierung widmet sich Hegner einem eigenen Projekt: dem Bau seines Flugzeugs, das er ohne Interessenkonflikte abnehmen kann. Seine Nachfolgerin wird von Bundesrat Albert Rösti darauf hingewiesen, besonders gründlich zu prüfen. Das Gespräch führte Karoline Arn.
Tagesgespräch vom 27.03.2026, 13 Uhr