Daniel Bühler, der als erster und letzter Lärmbeauftragter in der Zürcher Gemeinde Bauma diente, hat kürzlich seinen Rücktritt angekündigt. Er hatte sich auf die Reduzierung des Motorenlärms spezialisiert, jedoch ohne Erfolg. In einem Telefoninterview teilte der 71-jährige Bühler mit, dass seine Versuche kläglich gescheitert seien und er nun hoffe, “Lärm” in “Klang” umwandeln zu können.
Bühlers Engagement gegen den Lärm war mehr als nur beruflich motiviert. Er lebt im Sternenberg, einer ehemaligen eigenständigen Gemeinde mit heutigen 351 Einwohnern, die nun zu Bauma gehört. Trotz der malerischen Aussicht ist das Gebiet an sonnigen Tagen von erheblichem Verkehrslärm geprägt. Bühler beschreibt, wie Gespräche im Garten durch vorbeifahrende Motorräder regelmäßig unterbrochen werden.
Bereits 2018 suchte er Gleichgesinnte in Sternenberg und setzte sich für strengere Regelungen ein. Im Jahr 2023 wurde ihm die Rolle des Lärmbeauftragten mit einem Pensum von zehn Prozent übertragen. Gemeindepräsident Andreas Sudler bestätigt, dass der Motorenlärm viele Betroffene in Bauma hat und betont, es sei nie um Verbote gegangen.
Beruflich war Bühler vor seiner Pensionierung als Event-Manager tätig und gründete das Afro-Pfingsten-Festival. Seine Lärmsensitivität machte ihn für die Position in Bauma prädestiniert, wie er von der Gemeinde hörte.
In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt, Fachstellen des Kantons Zürich und lokalen Verbänden initiierte Bühler die Plakataktion “Leise ist weise”. Diese scheiterte jedoch an Vandalismus: Plakatständer wurden zerstört oder entfernt. Trotz einer Belohnung von 1000 Franken konnten keine Täter identifiziert werden.
Die Gemeinde beendete die Kampagne Anfang des Jahres, nachdem eine Umfrage ergeben hatte, dass sie nicht die gewünschten Resultate brachte. Weiterhin versuchte Bühler zusammen mit benachbarten Gemeinden Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuführen, was kantonale Stellen jedoch ablehnten.
Die Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage der NZZ, dass eine dauerhafte Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit rechtlich nicht möglich sei. Auch die Einführung von Lärmblitzern blieb aus und ist politisch umstritten.
Bühler resümiert: “Ende 2025 sah ich keine weiteren Möglichkeiten.” Er wird Ende März seinen Vertrag auflösen, und es ist aktuell keine Nachfolgeregelung geplant. Bühler plant, sich künftig erfolgreichen Projekten zu widmen und mehr Zeit in seinem Garten zu verbringen.