Mit seiner Wahl zum Staatsrat im Kanton Waadt hat Roger Nordmann einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht. Der frühere SP-Nationalrat, bekannt für seine energiepolitischen Ambitionen und als Präsident der sozialdemokratischen Fraktion, scheiterte mehrfach bei dem Versuch, ein Exekutivamt auf Bundesebene zu erlangen.
Bereits im Herbst 2023 verpasste er die Wahl in den Ständerat und das Bundesratmandat von Alain Berset. Trotz dieser Rückschläge bleibt sein politischer Einfluss unbestritten: Er ist eine Schlüsselfigur der Energiepolitik, dessen Karriere oft mehr durch seine Identität als Welscher und linker Politiker geprägt wurde.
Nach zwei gescheiterten Nominierungen seiner Partei hat Nordmann nun doch Erfolg. Bei der Ersatzwahl für Rebecca Ruiz erhielt er 50,9 Prozent der Stimmen und übernahm so ein Exekutivamt in seiner Heimatregion. Er zeigte sich nach dem Wahlerfolg begeistert und optimistisch, die Regierungsdynamik durch Konsensbildung zu verbessern.
Nordmanns Ansatz zur Politik ist unkonventionell; er beschreibt das politische Geschäft manchmal humorvoll als zoologisches Schauspiel. Er betrachtet sich selbst kritisch, da ihm oft die Sensibilität für zwischenmenschliche Beziehungen fehlt. Stattdessen liebt er es, mit Zahlen zu arbeiten, und sieht darin eine Art Droge.
Als Bricoleur nutzt Nordmann seine Fähigkeit zum Tüfteln und Basteln. Bereits in jungen Jahren entwickelte er Windanlagen aus ungewöhnlichen Materialien. Seine Kindheit verbrachte er auf einem Bauernhof in Mézières, geprägt durch eine intellektuell aktive Familie.
Durch die Politik navigiert Nordmann mit einer ähnlichen Tüftlermentalität: Er hat sich mit Energieplänen und Initiativen einen Namen gemacht, wie seinem Buch über die Schweizer Energiewende 2023. Seine Kreativität zeigt sich auch in der Koalitionsbildung innerhalb seiner Partei.
Nordmanns ungewöhnliche Denkweise basiert auf einer Integration von Unwahrscheinlichkeiten statt deren Eliminierung, was ihm hilft, unerwartete Mehrheiten zu schmieden. Diese Eigenschaft ermöglicht es ihm, politische Barrieren zu überwinden und Lösungen für komplexe Probleme zu finden.
Seine politischen Misserfolge liegen oft im Bereich der Machtstrukturen; jedoch hat er in Sachfragen wie dem Atomausstieg und der Förderung erneuerbarer Energien Erfolge verbuchen können. Nordmanns Talent, unkonventionelle Wege zu gehen und Brücken zwischen Gegnern zu bauen, macht ihn zum innovativen Motor der Energiewende.
Dieser Artikel enthält Inhalte aus einem früheren Beitrag von August 2023.