Ein Expertenteam des Deutschen Meeresmuseums plant, den Buckelwal durch Paddelklatschen im Wasser zu animieren und dabei keine direkte Berührung zuzulassen. Das Team hofft auf einen Anstieg des Wasserstands um rund 30 Zentimeter am Nachmittag, was dem Wal helfen könnte. Laut Museums-Sprecherin ist der Wal sehr schwach: Seine Atemfrequenz hat sich verlangsamt und er leidet unter Hautinfektionen. Beamte der Wasserschutzpolizei und Greenpeace-Meeresbiologen begutachteten den Zustand des Wals gegen 7 Uhr morgens mit einem Schlauchboot, um Einschätzungen abzugeben.
Franziska Saalmann von Greenpeace erklärte im ZDF-«Morgenmagazin», dass der Wal weiterhin geschwächt ist und in der Bucht liegt, obwohl er atmet. Am Morgen zeigte der Wal kaum Reaktionen auf das Annähern des Teams; ein gesunkener Wasserstand erschwert seine Bewegungsfreiheit. Es bleibt ungewiss, ob er den Weg zurück in die Nordsee finden wird und welche Krankheiten ihn möglicherweise heimsuchen könnten.
Nach Angaben der Wasserschutzpolizei wurde der Wal nachts durchgängig beobachtet, um sicherzustellen, dass er nicht unbeaufsichtigt ist. Bereits seit Anfang März taucht der Buckelwal immer wieder an der Ostseeküste auf und war sich im Netz verheddert; Sea Shepherd konnte ihn teilweise befreien. Am Montagmorgen wurde er in Timmendorfer Strand entdeckt, wo eine Rettungsaktion begann. Nachdem er sich selbst durch einen Bagger ausgehobenen Weg befreit hatte, strandete der Wal am Samstag erneut.
In der Nacht zum Sonntag gelang es dem Meeressäuger auf einer Sandbank bei Walfisch in der Wismarbucht zu schwimmen. Doch schon bald war er wieder festgehalten. Augenscheinlich regungslos blieb er liegen, mit sporadischen Wasserfontänen. Stephanie Gross vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung gab an, es gebe keine Hinweise darauf, dass Buckelwale zum Sterben an die Küste kommen; weltweit würde man sonst mehr Strandungen sehen.
Trotz seines guten Ernährungszustandes, der Wale wochenlang ohne Nahrung überstehen lässt, hat sich das Schicksal des Wal verkompliziert. Die Behörden haben ein Sperrgebiet um den Wal eingerichtet. Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, beschrieb die aktuelle Lage als «Leibaufsetzen» und nicht als Strandung.
Schaulustige versammelten sich am Wochenende auf der Seebrücke, um das Tier zu beobachten. Der Bericht stammt von SRF 4 News vom 28. März 2026.