Nach mehreren erfolglosen Versuchen, hat ein Buckelwal am Montag begonnen, sich in Richtung Hafen zu bewegen. Die genaue Flugbahn des Tieres bleibt jedoch ungewiss, wie ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Der Wal war seit mindestens Samstag in der Wismarer Bucht gestrandet und hatte die Rettungskräfte zuvor vergeblich zum Schwimmen animiert. Durch den steigenden Wasserstand am Nachmittag hofften sie auf eine natürliche Befreiung des Tiers. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums, sprach von entscheidenden Stunden im Rettungsprozess, der bis zum Abend andauerte.
Im Laufe des Nachmittags hatten Wissenschaftler und Umweltschützer, darunter auch Umweltminister Till Backhaus, versucht, mit dem Wal Kontakt aufzunehmen. Der Wal zeigte daraufhin Reaktionen und bewegte sich agiler als zuvor. Trotz dieser positiven Anzeichen bleibt die Gesundheit des Tiers kritisch: Es leidet unter aufgerissener Haut und einer verminderten Atemfrequenz.
Bereits am Montagmorgen waren ein Greenpeace-Team und Wasserschutzpolizeibeamte mit einem Schlauchboot nahe dem Wal, der nur wenig reagierte. Franziska Saalmann von Greenpeace berichtete im ZDF-Morgenmagazin über die Zurückhaltung des Tiers.
Der Buckelwal hatte seit Anfang März mehrfach an der Ostseeküste aufgetaucht und sich in Wismar zunächst in einem Netz verfangen, wurde jedoch von Einsatzkräften befreit. Am Montag vor einer Woche wurde er auf einer Sandbank bei Lübeck entdeckt, wo eine umfassende Rettungsaktion begann. In der Nacht zum Freitag gelang es ihm, durch ein vom Bagger ausgehobenes Loch zu entkommen.
Am Samstag strandete er erneut in Wismar. Er konnte sich zwar bei steigendem Wasserstand selbst von einer Sandbank lösen, verfing sich jedoch kurze Zeit später an einem zwei Meter tiefen Ort und lag bis zum Sonntag regungslos da, nur gelegentlich spritzte er Wassersäulen.
Franziska Saalmann erklärte, dass Buckelwale in der Ostsee nicht heimisch sind. Gründe dafür sind die geringe Wassertiefe, niedriger Salzgehalt und fehlende Nahrung. Der Schiffsverkehr stellt ebenfalls eine Gefahr dar. Große Wale seien in dieser Region unpassend und ihre Sichtungen könnten auf Fischschwärme oder menschliche Störungen zurückzuführen sein.
Mit Material der Deutschen Presse-Agentur.