Oliver Dürr, CEO von Rheinmetall Air Defence und Ostschweizer, berichtet über den weltweiten Anstieg der Nachfrage nach seinen Luftabwehrsystemen. Der Konzern, das größte europäische Rüstungsunternehmen in der Schweiz mit rund 2000 Mitarbeitenden, hat seinen Personalbestand seit fünf Jahren fast verdoppelt. Der Hauptsitz befindet sich in Zürich-Oerlikon.
In einem Interview mit SRF News äußert Dürr, dass die Marktsituation durch den Einsatz von Drohnen und Kriegsängste für das Geschäft günstig sei. Er betont jedoch: “Wir sehen unsere Aufgabe im Schutz der Truppe und der Bevölkerung.” Dementsprechend bezeichnet er Schutzwaffen als akzeptabel.
Rückkehr in die Rüstungsindustrie war auch eine Gewissensfrage für ihn, da er sich eine sinnvolle Tätigkeit für den Landes- und Truppenschutz vorstellen kann. Dürr sieht sich nicht als Teil einer Wertegemeinschaft, sondern orientiert sich an politischen Rahmenbedingungen.
Trotz Rekordexporten von rund 948 Mio. Franken im Jahr 2025 steht die Branche unter Druck: Ohne Exporte könnten Produktion und Arbeitsplätze in der Schweiz gefährdet sein. Dürr betont, dass er nicht die Politik erpresst, sondern mögliche Konsequenzen aufzeigt.
Die Schweizer Rüstungsindustrie ist durch das strenge Kriegsmaterialgesetz eingeschränkt: Exporte sind in viele Länder verboten. Nach einer Lockerung im Dezember 2025 sollen Lieferungen an westliche Staaten auch während Konflikte erlaubt sein, was zu einem Referendum führte.
Dürr beschreibt den Wandel der Industrie von unsichtbar zu Superstars, da Menschen nun die Nähe potenzieller Konflikte erkennen. Die Schweiz sei weniger sensibilisiert als das Ausland. Das Interview wurde von Barbara Lüthi geführt und am 31. März 2026 ausgestrahlt.