«Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht», kommentierte Backhaus die Situation.
Burkard Baschek, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Meeresmuseums, äußerte die Erwartung, dass das Tier versterben werde. Seine Aussichten auf Freiheit seien sehr gering; der Wal zeigte deutliche Schwächeanzeichen mit unregelmäßiger Atemfrequenz von teilweise über vier Minuten und nah am Körper angelegten Brustflossen.
«Die Reaktion auf unsere Anwesenheit war quasi null», fügte Baschek hinzu. Zusätzlich seien die Bedingungen in der Bucht ungünstig, da der Wasserstand um etwa zehn bis 15 Zentimeter weiter sinken würde und das Tier dadurch freier liege.
«Eine starke Anregung wäre ausgeschlossen, weil er keine Kraft mehr hat. Und die Erfolgsaussichten sind so gering, dass wir dies als reine Tierquälerei betrachten würden», erklärte Baschek weiter. «Der Ansatz der maximalen Ruhe und des Respekts vor der Natur gebietet es auch, ihn irgendwann gehen zu lassen.» Realistisch habe der Wal am Morgen seine letzte Chance gehabt: «Die konnte er nicht nutzen.»
Der Buckelwal befindet sich weiterhin an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns in flachem Wasser. Seit Anfang März taucht das Tier immer wieder an der Ostseeküste auf, zuletzt im Hafen von Wismar und aktuell in der Kirchsee, einem Teil der Wismarbucht.
Nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns war der Wal seit dem 3. März in küstennahen Bereichen der Ostsee unterwegs. Der Wal strandete zunächst am 23. März auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) und konnte in der Nacht zum Freitag flaches Wasser verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann wieder in flachem Wasser bei Wismar gesichtet.
SRF 4 News, 29.3.2026, 7 Uhr; sda/schm;zero;brus;stal