Die Enttäuschung über Italiens Fehlen bei der WM ist groß. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso verlor das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina im Penaltyschiessen und verpasste somit zum dritten Mal in Folge die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Die «Gazzetta dello Sport» bezeichnete den Ausgang als historische Niederlage für die Azzurri.
In Italien herrscht große Bestürzung über diese Entwicklung, und das Interesse am Fussball hat merklich nachgelassen. Dies wird deutlich bei einem Besuch in einer kleinen Bar in Rom. Antonello hinter dem Tresen erzählt: «Ich habe den Match nicht angesehen – es ist schlichtweg nicht mehr mit anzusehen.» Auch seine Familie schaute nicht zu.
Die Gründe für das Desinteresse liegen laut Antonello darin, dass italienische Vereine zunehmend auf ausländische Spieler setzen und dadurch der Nachwuchs fehlt. An der Wand hängt ein leicht verstaubter gelbroter AS Roma-Schal.
Carlo, ein passionierter Fussballfan, äußert seine Enttäuschung: «Der Match gestern hat mir gar nicht gefallen.» Sein Begleiter Luigi berichtet: «Ich habe nur die erste Halbzeit geschaut und bin dann ins Bett gegangen.» Auch seine Kinder interessieren sich eher für andere Sportarten wie Tennis oder Radsport sowie für den jüngsten olympischen Medaillensieg in Mailand und Cortina.
Obwohl Carlo optimistisch bleibt: «Der italienische Fussball wird sich erholen», gibt es Skepsis, da ähnliche Versprechen schon vor vier und acht Jahren gemacht wurden. Inzwischen haben viele junge Italiener noch nie bei einer WM für die Azzurri mitgefiebert.
Rendez-vous: 1.4.2026, 12:30 Uhr; stal; liea