Marxisten und linke Revolutionäre, die 1979 Ayatollah Khomeiny unterstützten, waren unter den ersten Opfern der islamistischen Diktatur. Trotzdem genießt das Regime bis heute Sympathien in progressiven Kreisen. Im Teheraner Revolutionsgericht wird Hossein Tajmir Riahi wegen Terrorvorwürfen angeklagt. Der Staatsanwalt bezeichnet Marxisten als „Feinde der Revolution“, und Riahi erhält zusammen mit 22 weiteren Angeklagten das Todesurteil. Diese Szenen sind im Film “Those who said no” von Nima Sarvestani dokumentiert, welcher die Verfolgung der maoistischen „Union der iranischen Kommunisten“ zeigt. Der Film richtet sich an jene, die Teherans Regime weiterhin als antiimperialistische Front sehen und mit Verbündeten wie Hamas und Hizbullah sympathisieren.
In Städten wie London demonstrierten Linke und Islamisten gemeinsam gegen „die extreme Rechte“, manche trugen Bilder von Ali Khamenei. Ähnliche Szenen gab es in New York, Paris und Berlin, wo linke Aktivisten mit Anhängern der Teheraner Theokratie marschieren. Während in Europa Solidarität für die Mullahs gezeigt wird, werden Linke im Iran gnadenlos verfolgt. Seit 1979 wurden Zehntausende von linken Unterstützern getötet.
Das Regime kann auch heute noch auf Sympathie oder Verharmlosung in progressiven Kreisen zählen, wie sich an den öffentlichen Auftritten und Aussagen verschiedener Politiker zeigt. Rima Hassan und Zohran Mamdani sind Beispiele für solche politischen Figuren. Auch Sahra Wagenknecht und Frank-Walter Steinmeier kritisieren „völkerrechtswidrige“ Aktionen der USA, ohne auf den iranischen Terror einzugehen.
Die Mischung aus antiimperialistischer Tradition mit postkolonialen und proislamistischen Ideologien führt zu einer Verharmlosung von Islamisten. Kritik wird als Islamophobie abgetan, wie bei der Fatwa gegen Salman Rushdie 1989. Diese Denkmuster verhindern eine kritische Haltung gegenüber dem iranischen Regime und seiner Unterdrückungspraxis.
An Universitäten in Europa und den USA sind solche Ansichten weit verbreitet und beeinflussen Parteien wie die französische LFI oder Die Linke. Das Beispiel von Heidi Reichinnek, die eine Kooperation mit der Muslimbruderschaft befürwortete, zeigt die Ignoranz gegenüber der Geschichte dieser Gruppen.
Ayatollah Khomeiny und seine Anhänger wurden inspiriert durch Said Qutb, dessen Ideen zur Unterdrückung jeglicher „Unmoral“ führten. Nach 1979 wurden Linke brutal verfolgt, auch jene, die sich einst gegen den Schah gestellt hatten. Viele linke Aktivisten waren von Khomeinys Versprechungen getäuscht worden und erkannten erst später die wahre Natur des Regimes.
Hossein Tajmir Riahi wurde 1983 hingerichtet, seine Frau gab 2014 vor einem internationalen Gericht in Den Haag Zeugnis über die Verbrechen gegen die Hingerichteten ab. Der Fall zeigt weiterhin das Schicksal derer, die unter dem iranischen Regime verfolgt wurden.