In einer Fernsehansprache aus dem Weissen Haus, die erstmals seit den Luftangriffen auf Iran gehalten wurde, appellierte der amerikanische Präsident an sein Volk. Er versicherte einem nahen Ende des Konflikts im Nahen Osten, gleichzeitig aber warnte er Teheran mit neuen Drohungen. Die Spannung war groß: Würde Trump die Angriffe beenden oder Bodentruppen einsetzen? Letztendlich tat er keines von beiden.
Trump betonte, dass alle Kriegsziele der USA in den nächsten zwei bis drei Wochen erreicht würden und drohte mit schweren Schlägen: «Wir schicken sie zurück ins Steinzeitalter.» Er erwähnte weiterhin fortlaufende Gespräche mit Teheran und spekulierte über eine neue, weniger radikale Führung in Iran.
Der Präsident erzeugte dadurch mehr Verwirrung denn Klarheit: Der Krieg könnte schnell enden, sollte sich Iran unterwerfen; andernfalls drohe eine Eskalation. Trump spielte zudem die Gefahr durch das iranische Regime herunter und behauptete, dass die Nuklearanlagen so schwer beschädigt seien, dass Monate vergehen würden, bis sie funktionsfähig wären. Die USA überwachten Iran intensiv.
Zur Sicherheit der Meerenge von Hormuz versicherte Trump den USA keine Verantwortung zu tragen und riet anderen Ländern zur Selbsthilfe: «Kauft Erdöl bei uns» oder «übernehmt die Kontrolle über die Meerenge.» Diese Aussage impliziert, dass Iran geschwächt sei.
Trump versicherte den Golfstaaten Schutz und drohte Teheran mit weiteren Angriffen auf deren Rüstungsfabriken und Raketenabwehrsysteme. Er erklärte dem amerikanischen Volk die Notwendigkeit des Kriegs gegen Iran als Erfolgserlebnis.
Der Präsident machte Iran für den Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 verantwortlich und betonte, dass das «fanatische Regime» seit Jahrzehnten Feindseligkeit äußere. Die Militäroperation gegen Iran sei erfolgreich in nur 32 Tagen abgeschlossen.
Trump behauptete zudem, Israel wäre ohne die Aufkündigung des Atomabkommens durch ihn nicht mehr existent – eine Aussage, die von Befürwortern der Übereinkunft bestritten wird. Trotz keiner Zugeständnisse Irans an zentrale US-Forderungen verkündete Trump, dass die USA ihre Hauptziele im Krieg bald erreicht hätten.
Iran hat bisher keine Verhandlungen über ein Abkommen mit Washington bestätigt, und die Furcht besteht, dass das Regime nun entschlossener einen Atomwaffenaufbau betreiben könnte. Trump erklärte, dies sei seine oberste Priorität. Ohne Abkommen droht eine Reaktivierung iranischer Militärkapazitäten und ein neuer Luftkrieg für die USA.
Trump schien auch nach seiner Rede weiterhin vor dem gleichen Dilemma zu stehen: Soll Iran eingeschüchtert oder auf diplomatischem Wege erreicht werden?