Etwa sechs Jahrzehnte nach der ersten Landung des Menschen auf dem Mond, ringen China und westliche Nationen um die Vorherrschaft bei zukünftigen Mondexpeditionen. Von Cape Canaveral in Florida startete eine fast hundert Meter hohe Rakete mit drei Astronauten und einer Astronautin an Bord, Mission Artemis 2. SRF-Wissenschaftsredaktorin Anita Vonmont erläutert den Sinn und Zweck dieser Mission.
Anita Vonmont ist Wissenschaftsredaktorin bei Radio SRF. Die Hauptaufgaben der Crew umfassen Tests verschiedener Systeme, insbesondere der Raumkapsel, einschließlich Lebenserhaltungssysteme wie die Sauerstoffversorgung, Navigation und Kommunikation mit der Erde. Während ihrer zehntägigen Mission umkreisen sie zunächst die Erde, anschließend den Mond von hinten herum und kehren zurück. Der gefährliche Rückflug durch die Erdatmosphäre wird die Crew erneut herausfordern. Diese Erfahrungen sind essenziell für zukünftige Landungen im Rahmen der Artemismissionen.
Obwohl man bereits über historische Landeplätze informiert ist, die staubig und teilweise dunkel sind, bietet der Mond-Südpol viel Licht zur Energiegewinnung aus Sonnenlicht. In den tiefen, dunklen Kratern des Südpols gibt es wahrscheinlich Wassereis, das künftig für Trinkwasser, Atemluft und Treibstoff genutzt werden soll. Die Mission zielt darauf ab, eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond zu etablieren, um langfristige Marsmissionen vorzubereiten.
Der Mond ist zerklüftet und voller Krater. China hat dort bestimmte Minerale entdeckt; über Selten Erden gibt es jedoch keine Kenntnisse. Wasser ist wahrscheinlich nur an den Polen vorhanden. Die europäische Raumfahrtorganisation ESA lieferte das Servicemodul unter der Kapsel, welches unerlässlich für die Lebenserhaltung während des Fluges ist. Es versorgt mit Luft, Wasser und Wärme, erzeugt Schub sowie leitet Kurskorrekturen aus. Die vier Solarmodule richten sich ständig nach der Sonne aus; dieses System wurde von Beyond Gravity, vormals Ruag Space in der Schweiz entwickelt. Auch APCO aus der Westschweiz trug zum europäischen Kernstück der Raumkapsel Orion bei.
Chinas Hauptziel ist die Gewinnung von Seltenen Erden und möglicherweise auch des Edelgases Helium-3 für zukünftige Energiegewinnung. Diese Rohstoffe sind ebenfalls ein Anreiz für die USA und andere Nationen. Die genauen Vorkommen und Mengen dieser Materialien müssen jedoch vor Ort untersucht werden. Wer zuerst interessante Standorte besetzt, hat einen strategischen Vorteil. Dies treibt das aktuelle Mondrennen zwischen den USA und China an.
Rendez-vous, 2.04.2026, 12:30 Uhr; srf/lin;hosb