Das Verteidigungsdepartement sieht sich mit einem finanziellen Problem konfrontiert, das SRF-Recherchen bereits zwei Jahre zurück aufgedeckt haben. Damals erklärte die damalige Verteidigungsministerin Viola Amherd: «Im Moment gibt es nicht mehr dazu zu sagen, ausser, dass es keine Finanzlücke gibt.» Trotzdem sei es üblich, mehr Rüstungsaufträge zu planen als tatsächlich finanzieren zu können, was sie mit einem «Planungsüberhang» beschrieb. Dieser Überhang hat sich jedoch merklich vergrößert und beeinträchtigt nun die Planung im Verteidigungsdepartement erheblich.
Der Präsident der Finanzdelegation, Ständerat Benjamin Mühlemann aus Glarus, äußert: «Wir haben letztes Jahr erfahren, dass der Planungsüberhang beim VBS stark angestiegen war und das Departement kurz davor stand, Rüstungsprogramme einzustellen.» Diese Information ist in ihrer Klarheit neu.
Im Tätigkeitsbericht der Finanzdelegation wird unter dem Punkt Finanz- und Liquiditätsplanung des VBS darauf hingewiesen: «Betreffend Abstimmung zwischen operativer Finanzsteuerung und strategischer Ressourcenplanung stellt das VBS eine deutliche Verschlechterung der Lage fest, da die meisten dieser Faktoren durch das VBS nicht beeinflusst werden können.»
Zu den Herausforderungen zählen laut dem Departement die gestiegene Nachfrage nach Rüstungsgütern, verlängerte Lieferfristen und erhöhte Preise. Zusätzlich erschwert die gleichzeitige Beschaffung verschiedener Rüstungsgüter die Planung. Die Finanzdelegation wird deshalb im laufenden Jahr die Projekte des VBS genau beobachten.