Simon Stadler, Nationalrat und Mitentwickler der Durchfahrtsmaut, ist überzeugt, dass die Einführung dieser Abgabe den Verkehr an der Gotthard-Autobahn deutlich verringern wird. Seine These basiert auf Beobachtungen im verkehrsreichen Osterverkehr, als er in Urner Gemeinden eine Vielzahl von Ausweichversuchen sowohl ausländischer als auch einheimischer Autofahrer feststellte.
Stadler beobachtete am Gründonnerstag auf einer Länge von 15 Kilometern vor dem Gotthardtunnel, wie sich der Verkehr staute und viele Fahrzeuge versuchten, die Autobahn in Erstfeld zu verlassen. Dennoch würden sie sich später erneut dem Stau anschließen müssen. Der Politiker aus der Mitte-Partei ist überzeugt, dass eine Durchfahrtsabgabe den Transitverkehr verringern würde, da deutsche Autofahrer besonders preisbewusst sind.
Obwohl der Nationalrat kürzlich einer dynamischen Lenkungsabgabe zugestimmt hat, mit 173 zu 13 Stimmen, bleibt die konkrete Höhe der Maut noch unbestimmt. Stadler verweist darauf, dass Experten diese Zahl festlegen müssen. Die Einführung dieser Gebühr könnte an stark frequentierten Wochenenden wie Ostern bis zu hundert Franken betragen.
Stadler kritisiert die bisherige Haltung des Bundesrats und des Astra zur Umsetzung der Abgabe. Er argumentiert, dass eine lückenlose Überwachung der Grenzübergänge zwar komplex sei, aber mit den vorhandenen Technologien machbar wäre. Mit dem voraussichtlichen Jahresumsatz von 110 Millionen Franken könnten die notwendigen technischen Anpassungen finanziert werden.
Der Verkehrsminister hatte zuvor administrative Herausforderungen und Kosten als Hindernisse genannt, doch Stadler sieht darin lediglich Ausflüchte. Er betont zudem, dass eine österreichische Firma die Rechnungsstellung innerhalb von drei Tagen durchführen könnte.
Trotz der positiven Stimmen in beiden Parlamentskammern bleibt ungewiss, wann genau mit einer Entlastung zu rechnen ist. Stadler hofft jedoch, dass die Erfolge der Maßnahme bereits ab den 2030er Jahren sichtbar werden. In der Zwischenzeit versucht er, das Verkehrsproblem durch alternative Fortbewegungsmittel wie E-Bike und öffentlichen Nahverkehr zu umgehen.