Beim traditionellen Kreuzweg am Kolosseum nahm Papst Leo XIV. erstmals persönlich das Kreuz mit, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Franziskus. Die Prozession mit Zehntausenden Teilnehmern erinnerte an Jesu Leidensweg nach Golgotha. Während der verschiedenen Stationen wurden Texte verlesen, die unter anderem auf aktuelle Kriege eingingen und betonten, dass jeder Herrscher über seine Macht Auskunft geben müsse: «Ob sie zum Urteil oder zum Kriegsausbruch genutzt wurde; ob sie Gewalt oder Frieden beförderte; ob sie Rache oder Versöhnung hervorrief.»
Leo hat bereits in seinen ersten elf Monaten im Amt gezeigt, dass er einige Neuerungen gegenüber Franziskus einführen möchte, der aufgrund seines außerhalb des Vatikans größeren Beliebtheitsgrades bekannt ist. Leo legt Wert darauf, gesünder und jünger zu wirken sowie mehr Traditionen hochzuhalten.
Im Gegensatz zur Feier von Franziskus im Gefängnis oder einer Sozialeinrichtung fand die Gründonnerstagsmesse in der Basilika San Giovanni in Laterano statt. Dort wusch Leo zwölf katholischen Priestern die Füße und küsste sie, während Franziskus Häftlingen und Asylbewerbern diese Ehre zuteilwerden ließ.
Die Fußwaschung als Zeichen der Demut geht auf ein biblisches Beispiel zurück. Für den ersten US-Amerikaner an der Spitze von 1.4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken ist dies das erste Ostern in seinem Pontifikat. Am Sonntag wird er vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz den traditionellen Segen Urbi et Orbi spenden, um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern.
SRF 4 News, 03.04.2026, 22:00 Uhr; dpa/blal