Der X-Kanal der Mondmission verkündete frühmorgens, dass die Astronauten bereits die Hälfte ihrer Reise hinter sich gebracht haben. Bei ihrer Ankunft planen sie wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Mond durchzuführen. Die vier Mitglieder des «Artemis II»-Teams sendeten erstmals Bilder von der Erde zur Erde zurück. Nasa-Astronaut Victor Glover kommentierte dies aus der «Orion»-Kapsel: «Ihr seht toll und wunderschön aus». Die Raumkapsel ist mit vier Fenstern ausgestattet.
Auf ihrer Reise um den Mond ernähren sich die Astronauten von Quiche, Blumenkohl oder Couscous. Sie nehmen Handyfotos auf, kämpfen mit E-Mail-Problemen und beheben defekte Toiletten: Das Leben der Astronauten in Richtung Mond ist demnach gar nicht so fernab. Die vier Crewmitglieder verbringen etwa zehn Tage in der «Orion», die einem Lieferwagen an Größe entspricht.
Die Vorbereitung auf diese Reise sei vergleichbar mit dem Packen für einen Campingausflug, erklärte Christina Koch, die erste Frau dieser Mission zum Mond. An Bord ist eine kleine Proviantkammer: 58 Tortillas, 43 Kaffeebecher, Brokkoli, gegrillte Rinderbrust und fünf verschiedene scharfe Saucen stehen zur Verfügung. Auch Ahornsirup befindet sich an Bord – ein Crewmitglied kommt aus Kanada.
Die Toilette in der «Orion» ist laut genug, dass Gehörschutz notwendig wird. Sie steht abgesondert in einem Eckenbereich und bietet laut Kanadier Jeremy Hansen das einzige Moment absoluter Alleinheit während der Mission. Nachdem es kurzzeitig zu Problemen mit der Toilette kam, konnte Astronautin Christina Koch diese beheben.
Nach diesem Zwischenfall gab es eine technische Störung: Während einer Nasa-Live-Übertragung meldete Missionskommandant Reid Wiseman Ausfälle bei seinen E-Mail-Anwendungen. Das Problem wurde vom Houstoner Kontrollzentrum gelöst. Der Schlaf in der Schwerelosigkeit stellt ebenfalls eine Herausforderung dar: Mit an die Wände befestigten Schlafsäcken verhindern die Astronauten, dass sie im Raum treiben. «Christina schläft kopfüber mitten drin – ähnlich einer Fledermaus», erklärte Wiseman. «Es ist überraschend angenehm.»
Um den Auswirkungen der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken, müssen die Astronauten täglich rund eine halbe Stunde trainieren. Dafür steht ein spezielles Trainingsgerät an Bord bereit, ähnlich einem Fitnessstudio. Neu ist die Erlaubnis für Smartphones auf dem Flug: «Wir ermöglichen unserer Crew, besondere Momente für ihre Familien festzuhalten und inspirierende Bilder und Videos mit der Welt zu teilen», erklärte Nasa-Chef Jared Isaacman im Februar.
Trotz einer milliardenschweren Mission im geopolitischen Wettstreit mit China bleibt Raum zum Staunen. Jeremy Hansen beschrieb seine Freude über das Schweben: «Ich fühle mich wie ein Kind!» Intensive Gefühle erlebte Victor Glover – der erste dunkelhäutige Mann auf dem Weg zum Mond – beim Raketenstart: «Man versucht, professionell zu bleiben», sagte er, «aber das Kind in mir möchte einfach vor Freude schreien.”
SRF 4 News, 04.04.2026, 9 Uhr; sda/stol;schp