Der KI-Boom hat zu einem Anstieg der Nachfrage nach Speicherchips geführt, was zu erheblichen Preissteigerungen bei Smartphones und Laptops führen könnte. Der Markt für diese Chips wird von nur drei Unternehmen beherrscht: Micron aus den USA sowie Samsung Electronics und SK Hynix aus Südkorea. Diese Hersteller ziehen es vor, ihre Kapazitäten dem lukrativeren Geschäft mit KI-Rechenzentren zuzuführen, was zu einer Benachteiligung von Handy- und Laptop-Herstellern führt. Nutzer intensiv genutzter KI-Anwendungen tragen somit indirekt zum Preisanstieg bei.
Speicherchips sind zwar komplexer als andere Chips, werden aber in denselben Produktionsanlagen hergestellt, was die Knappheit verschärft. Nvidia, bekannt für seine KI-Rechenkerne, ist nicht unter den führenden Speicherchip-Herstellern und stellt somit eine unterschiedliche Chipkategorie dar.
Voraussagen zufolge könnten die Preise für Smartphones um 5 bis 10 Prozent und für Notebooks um 10 bis 20 Prozent steigen, was zu einem Anstieg von bis zu 100 Franken führen könnte. Martina Altlechner von Media Markt Schweiz erwartet schrittweise Preiserhöhungen ab April, die gegen Jahresende deutlicher spürbar werden.
Besonders betroffen sind günstigere Geräte im Einstiegsbereich, da hier Speicherchips einen höheren Prozentsatz der Gesamtkosten ausmachen. Counterpoint Research prognostiziert, dass vor allem Handys von chinesischen Herstellern wie Huawei und Xiaomi sowie Einsteigermodelle von Samsung und Apple betroffen sein werden.
Lieferengpässe sind ebenfalls zu erwarten, insbesondere im günstigen Segment. Digitec Galaxus rechnet mit einer verringerten Auswahl in den kommenden Monaten aufgrund der Chip-Krise.