An einem Pier in der Küstenprovinz Petchaburi, etwa zwei Stunden Autofahrt von Bangkok entfernt, sitzen Fischer auf einfachen Plastikstühlen und diskutieren über ein brisantes Thema: die stark angestiegenen Treibstoffpreise. Phantom, ein 70-jähriger Muschelsammler mit Sonnenbrille, berichtet, dass der hohe Spritverbrauch seine Gewinnmargen schrumpfen lässt. Da er nicht allzu weit hinausfahren muss, ist der Einfluss auf sein Geschäft begrenzt.
Dagegen steht Thanaphong Thaipradit vor größeren Herausforderungen. Der 63-jährige Tintenfischer und seine drei Angestellten sind wochenlang auf See unterwegs. Er, ein erfahrener Fischer von über dreißig Jahren, sieht sich nun mit doppelt so hohen Tankkosten konfrontiert, während die Preise für seine Fangware stagnieren. Eine plötzliche Streichung der staatlichen Subventionen hat das Problem noch verschärft.
Die Energiekrise schlägt in Thailand weite Kreise und betrifft nicht nur Fischer. Landwirte und Transportunternehmen leiden ebenfalls unter den hohen Kosten. Nopphorn Watcharasetthianphan, der eine Meersalzgewinnungsanlage betreibt, sieht seine Betriebskosten um fast 100 Prozent steigen. Obwohl er mit Solarenergie einen Teil seiner Energie gewinnen könnte, bleibt die kostspielige Beförderung des Salzes zum Verarbeitungsort ein Problem.
Um seinen Mitarbeitern etwas entgegenzusetzen, bietet Nopphorn Unterkünfte auf dem Gelände an, um den Spritverbrauch für ihre täglichen Fahrten zu senken.
Die Krise reicht über die Grenzen Thailands hinaus. In Myanmar verschärft sie die ohnehin schwierige Versorgungslage nach dem Putsch. Die Philippinen haben aus Not einen nationalen Notstand erklärt und greifen auf russische Öllieferungen zurück, obwohl sie traditionell Verbündete der USA sind. Thailändischen Tourismusunternehmen wächst die Sorge, dass weniger Besucher wegen steigender Flugkosten kommen.
Im Petchaburi bleibt die Hoffnung, dass die Preise für Treibstoff bald wieder fallen. Thanaphong Thaipradit steht vor einer existenziellen Herausforderung: Wenn sich nichts ändert, kann er seine Tintenfischfangtouren nicht mehr fortsetzen. Sein Boot bleibt im Hafen liegen und bedeutet das Aus für sein Einkommen sowie die Arbeitslosigkeit seiner drei Angestellten.