Der Konflikt im Iran führt zu einer weltweiten Energiekrise, Düngemittelknappheit und Ernährungsschwierigkeiten in Entwicklungsländern. Viele Länder sehen sich der Gefahr von Stagflation gegenüber.
Die Kämpfe am Persischen Golf beeinträchtigen die globale Wirtschaft erheblich. Diese Auswirkungen reichen bereits bis in den Kanton Uri, wo Diesel und Bleifrei 95 teurer als vor dem Konflikt sind – mit Preisanstiegen von über 20 Prozent beziehungsweise 10 Prozent. Dies belastet Reisende während der Osterzeit zusätzlich.
Der damalige US-Präsident Donald Trump äußerte, die Kriegsziele würden bald erreicht sein und kündigte an, den Iran in den nächsten Wochen weiter zu treffen. Bei einer Zerstörung der Energieinfrastruktur durch gegenseitige Angriffe könnte dies zu einer globalen Rezession führen, welche auch die Schweiz betreffen würde.
Laut Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), wird die Versorgung mit Erdöl und Erdgas im April deutlich schlechter als im März sein. Viele Tanker haben den Persischen Golf bereits verlassen, doch neue Schiffe folgen kaum.
Durch die Meerenge von Hormuz, durch welche 20 Prozent des globalen Öls und 25 Prozent des LNG transportiert werden, ist der Transport stark eingeschränkt. Die gestiegenen Weltmarktpreise für Rohstoffe beeinflussen bereits die Konjunktur.
Die IEA hat strategische Erdölreserven freigegeben und Energiesparmaßnahmen empfohlen. Julian Hinz vom Kiel Institut warnt, dass ein Energieschock zu Düngemittel- und Ernährungskrisen führen kann, besonders in importabhängigen Ländern.
Hoch verschuldete Länder wie Sambia, Sri Lanka, die Türkei oder Indien werden am stärksten betroffen sein. Auch Exporte kritischer Güter aus den Anrainerstaaten der Meerenge von Hormuz sind gefährdet, darunter Petrochemikalien und Düngemittel.
Die Lieferkettenprobleme haben bereits Auswirkungen in Europa, wie bei der VAT Group oder deutschen Chemieunternehmen zu sehen ist. In der Euro-Zone stieg die Inflation auf 2,5 Prozent, getrieben von Energiekosten.
Europa befindet sich in einer Erholungsphase, doch diese könnte durch den Krieg zunichte gemacht werden, wie die reduzierte Wachstumsprognose Deutschlands zeigt. Auch andere Länder erwarten negative Auswirkungen auf ihre Konjunktur und befürchten Stagflation.
Die USA sind weniger stark betroffen, doch auch hier steigen die Benzinpreise. Die Schweiz profitiert von ihrem starken Franken, der Importe günstiger macht, doch die Teuerung nimmt zu. Trotz möglicher Abschwächungen sieht man keine Rezession in naher Zukunft.
Sollte der Konflikt weiter eskalieren und zur Zerstörung der Energieinfrastruktur führen, könnte dies auch die Schweiz stärker treffen.