Elliott Hill, der CEO von Nike, hat seinen Unmut über die aktuellen Herausforderungen des Konzerns vor den Mitarbeitern geäußert. Nachdem er enttäuschende Quartalszahlen präsentiert hatte, machte er kein Geheimnis aus seinem Frust: «Ich hab’s so satt. Und ich weiss, ihr auch», richtete sich Hill an sein Team. Gemäß einem Audio-Mitschnitt, der «Bloomberg» zugespielt wurde, betonte er seine Erschöpfung über die andauernde Notwendigkeit, das Unternehmen zu stabilisieren.
Im letzten Quartal ist der Umsatz von Nike gesunken und der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bleibt düster. Die schwache Nachfrage in China, ein Rückschlag bei der eigenen Lifestyle-Marke Converse sowie geopolitische Unruhen tragen zur Bedrängnis des Unternehmens bei. Solche Töne sind ungewohnt für den weltweit größten Sportartikelhersteller, dessen Name an die griechische Göttin des Sieges erinnert.
Die Marke Nike vermittelte über Jahrzehnte durch geschicktes Marketing das Versprechen, dass der Swoosh – das ikonische Logo – den Träger zum Gewinner macht. Doch dieses Image ist nun selbst für Nike schwer zu erreichen. Die Aktien sind auf nur noch rund ein Viertel ihres Höchstwertes von 2021 gefallen, was die Enttäuschung der Investoren widerspiegelt. Hill trat vor anderthalb Jahren aus dem Ruhestand zurück, um Fehler auszumerzen – eine Aufgabe, die länger dauert als erwartet.
Die Frage bleibt offen, ob sich Nike wieder fangen kann. In den späten 2010er Jahren verließ sich das Unternehmen zu sehr auf Direktverkäufe über eigene Kanäle und vernachlässigte dadurch traditionelle Händler. Diese mussten mit neuen Marken wie der Zürcher Firma On auffüllen, was neue Konkurrenten im Markt schuf.
Hill steht nun vor der Herausforderung, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen – und es scheint, dass er zunehmend verzweifelt ist.