Am Mittwoch, den 25. Februar 2026, ergriff der Bundesrat drastische Maßnahmen und untersagte ab dem 25. April des Jahres den Handel mit russischem Flüssiggas. Diese Entscheidung betrifft besonders die Novatek in Zug, die als Hauptakteurin im europäischen Markt für diese Energieträger gilt. Während der Kriegsjahre trug sie erheblich zur Finanzierung des russischen Militärapparats bei und steuerte rund zwölf Milliarden Dollar an Gewinnsteuern zu Putins Kriegskasse bei.
Trotz der Bedeutung dieses Bundesratsentscheids blieb die mediale Reaktion aus. Die Novatek, deren Kerngeschäft im Handel mit russischem LNG liegt, war bereits Gegenstand von Protesten in Zug und wurde auf europäischer Ebene scharf kritisiert. Der Entscheid des Bundesrates basiert auf dem 19. Sanktionspaket der Europäischen Union, das eine wesentliche Lücke schließt: den Handel mit russischem Liquefied Natural Gas.
Die Verzögerung der EU, dieses Geschäft zu unterbinden, wird als Skandal angesehen und vor allem Frankreich steht in der Kritik, da dessen Energiekonzern Total an der sibirischen LNG-Produktion beteiligt ist. Der Schweizer Bundesrat folgt nun den EU-Sanktionen, obwohl er früher auf eine eigenständige Vorgehensweise verzichtete.
Der Erfolg dieser Maßnahmen wird auch den Grünen zugeschrieben, die intensiv Druck ausgeübt haben. Trotz der Unterstützung durch Zuger Alternativ-Grüne und Nationalrätin Manuela Weichelt bleibt das Schweizer Medieninteresse gering. Nur wenige Medienhäuser, wie CH-Medien, berichteten ausführlich über die Verstrickungen der Novatek.
Warum bleibt dieses Thema medial unterbelichtet? Die Antwort liegt möglicherweise darin, dass es einfacher ist, traditionelle kapitalistische Interessen zu verteidigen als den Pazifismus. Auch politisch herrscht Gleichgültigkeit vor: Obwohl Schweizer Gelder und Güter Russland in seinem Krieg unterstützen, tragen viele Politiker dennoch das Etikett der Ukraine-Freunde.
Die aktuelle Debatte um die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes verstärkt dieses Paradoxon. Während Bürgerliche eine Verschärfung für einige Länder fordern, wird eine Vorlage unterstützt, die Lieferungen in andere Konfliktregionen erleichtert – ausgenommen die Ukraine.
Diese widersprüchlichen Entwicklungen führen zu einem tiefgreifenden Rätsel über die Verstrickung von Politik und Medien mit wirtschaftlichen Interessen, selbst wenn sie im Widerspruch zur Friedenspolitik stehen. Ein Zitat des Zuger Nationalrats Gerhard Pfister bringt diese Problematik auf den Punkt: “FDP und Mitte opferten die Ukraine zugunsten der Schweizer Rüstungsindustrie.”