An der Grenze zu Ungarn wurde in Serbien Sprengstoff nahe der Ortschaft Velebit an einer Pumpstation der Balkan Stream Pipeline entdeckt, wie Präsident Aleksandar Vucic berichtete. Er informierte den ungarischen Premier Orbán telefonisch und versprach, ihn über die weiteren Ermittlungen auf dem Laufenden zu halten.
Orbán rief daraufhin am Sonntag eine ausserordentliche Sitzung des Verteidigungsrates ein, wie er auf Facebook mitteilte. Der Fund könnte den ungarischen Wahlkampf beeinflussen, da in einer Woche die Parlamentswahl stattfindet, bei der laut Umfragen Orbáns Partei Fidesz Verluste erleiden könnte.
Der Oppositionsführer und Spitzenkandidat der Partei Tisza, Peter Magyar, kritisierte Orbán scharf. Er unterstellte dem Premier, durch die Berichterstattung über einen möglichen Anschlag auf die Pipeline Wahlkampfpanik schüren zu wollen.
Magyar äußerte in einem Facebook-Post, dass er bereits seit Wochen Hinweise erhalten habe, wonach Aktionen unter falscher Flagge geplant seien. Man habe wiederholt gehört, dass etwas an der Pipeline, etwa eine Woche vor der Wahl um Ostern, absichtlich verursacht werden könnte.
Magyar forderte Orbán auf, wenigstens während der Feiertage mit der Verbreitung von Panik und der Schaffung von Verwirrung, die angeblich von russischen Beratern geplant wurde, aufzuhören. Sollte Orbán den Vorfall für Wahlkampfpropaganda nutzen, würde dies implizieren, dass es sich um eine Aktion unter falscher Flagge handelt.
SRF 4 News, 5.4.2026, 12 Uhr; agenturen/bers