Um Grabkosten zu sparen, beigesetzten zahlreiche Familien die Asche ihrer Verstorbenen in leerstehenden Apartments. Diese Praxis ist nun verboten.
Nachdem Xi Jinping vor fünf Jahren Chinas Immobilienblase zum Platzen brachte, saßen Entwickler auf Millionen unverkäuflicher Wohnungen. Einige fanden dennoch eine Möglichkeit, die Immobilien zu nutzen: Sie vermieteten oder verkauften die Apartments für wenig Geld an Familien, die sie als Begräbnisstätten nutzten. Seit Ende März ist dies jedoch untersagt. Die neuen “Vorschriften für die Administration von Beisetzungen und Begräbnissen” sehen nun vor, dass Bestattungen ausschließlich öffentliche Dienstleistungen sein sollen.
In den letzten Jahren wählten viele Familien aus Kostengründen diese Methode, da ein normales Begräbnis in China zu den teuersten der Welt zählt. Die Kosten für eine Bestattung liegen durchschnittlich bei etwa 5400 Dollar – nur in Japan sind sie höher.
Zusätzlich belasten hohe Instandhaltungsgebühren und das zwanzigjährige Verfallsdatum von Grabstätten die Familien. Im Land verbreitete sich der Brauch, Wohnungen als “Asche-Apartments” zu nutzen. Ein Beispiel ist eine Anlage in Tianjin mit eingelassenen Urnen. Auch in den Provinzen Jiangsu und Hebei wurden Wohnkomplexe umfunktioniert.
Während manche Bewohner sich über Gerüche beschwerten, sahen andere potenziell niedrigere Mieten durch vermehrte Beisetzungen als Vorteil. Die Behörden erlauben jedoch nur private Aufbewahrung der Asche in eigenen Wohnungen und verbieten geschäftsmäßige Bestattungen in Wohnkomplexen.
In einigen Regionen, wie Guangzhou oder Shanghai, ist dieser Brauch weniger verbreitet, da die hohen Immobilienpreise diese Option unattraktiv machen.