Kurz vor Ablauf eines US-Präsidenten-Dekrets hat sich der Iran mit den USA auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt und die Öffnung der Strasse von Hormus beschlossen. Diese Waffenruhe wird in Teheran als Erfolg betrachtet, doch ihre Stabilität bleibt ungewiss, wie Nahostkorrespondent Thomas Gutersohn analysiert.
Thomas Gutersohn berichtet seit 2023 aus Amman für SRF über den Nahen Osten. Seine Karriere umfasst Tätigkeiten als Südasien-Korrespondent und Berichterstattung aus der Westschweiz, mit einem Studium der Internationalen Beziehungen in Genf.
Ob es Trumps Drohung mit dem Untergang des Irans war oder ob Iran Verhandlungsspielraum sieht – die Waffenruhe bietet Teheran eine dringend benötigte Atempause. Dies gilt nicht nur für die Bürger, sondern auch für das Militär, um sich neu zu organisieren, sollte der Frieden nicht halten.
In der Nacht zogen Menschen in Teheran auf die Straße und feierten den 10-Punkte-Plan des Irans, welcher nun als Verhandlungsbasis dient. Dieser Plan verlangt unter anderem ein Ende aller regionalen Aggressionen, längerfristige Kontrolle der Strasse von Hormus sowie Aufhebung sämtlicher Sanktionen.
Zum ersten Mal hat Iran neben dem Atomprogramm nun den Verkehr in der Strasse von Hormus als Druckmittel. Diese Verbesserung seiner Verhandlungsposition wurde während der letzten zwei Wochen deutlich.
Im Inneren bleiben Schlüsselinstanzen wie der Oberste Rat für nationale Sicherheit, die Revolutionsgarden sowie Aussenminister Abbas Araki und Präsident Peshian an den Entscheidungen beteiligt. Die Zukunft des getöteten Führers Ali Chameneis Sohn Modschtaba bleibt ungewiss.
Trotz der Waffenruhe flogen Israel und Iran Luftangriffe, die sich in der Regel innerhalb eines Tages beruhigen. Israelische Angriffe im Libanon bleiben jedoch fortgesetzt, obwohl dieser Teil des Waffenstillstandes ist.
SRF 4 News, 8.4.26, 6 Uhr