Internationale Anerkennung finden Schweizer Animationsfilme oft bei Festivals, während sie auf dem heimischen Markt an Popularität verlieren. Anja Kofmel, eine prominente Regisseurin aus der Schweiz und Leiterin ihres eigenen Studios, hebt die positiven Entwicklungen in der Branche hervor. Sie betont die Professionalisierung der Ausbildung an der Hochschule Luzern (HSLU) und zeigt sich eifersüchtig auf die gegenwärtigen Möglichkeiten im Vergleich zu ihrer Zeit als Studentin 2009.
Carole Bagnoud, Geschäftsführerin des Branchenverbandes Groupement Suisse du Film d’Animation, bestätigt diese Fortschritte. Sie erläutert, dass die Animationsfilmproduktion zunehmend in Teams und durch spezialisierte Produktionsfirmen erfolgt. Dies fördere internationale Koproduktionen, schaffe Arbeitsplätze und ermögliche den Zugang zu ausländischen Fördermitteln.
Anja Kofmel sieht die steigende Nachfrage nach Animationsstudien an der HSLU als Indikator für die wachsende internationale Reputation. Sie betrachtet die Rolle von künstlicher Intelligenz (KI) pragmatisch: Während KI noch nicht wirklich kreativ ist, sieht sie Gefahren in veränderten Sehgewohnheiten und Arbeitsfeldern. Trotzdem betont sie, dass der Mensch weiterhin entscheidend für die Erzählung von Geschichten sei.
Die Schweiz stellt mit ihren vier Landessprachen ein schwieriges Umfeld für den Film dar, besonders im Animationssektor, der hohe Kosten und Risiken birgt. Bagnoud fordert eine bessere Anerkennung des Animationsfilms und die Anpassung öffentlicher Förderungen.
Während die Romandie durch langjährige Unterstützung von RTS einen Vorsprung hat, gibt es auch in der Deutschschweiz Fortschritte, insbesondere dank der Zürcher Filmstiftung. Kofmel betont, dass Animationsfilme oft unter dem Radar bleiben und monetär kaum verwertbar sind, obwohl sie international Erfolg haben. Dieser Text wurde mit Unterstützung der Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung erstellt.