Am Dienstagnachmittag kam es in Brusio, Graubünden, zu einem schweren Waldbrand. Die Löscharbeiten dauerten auch am Mittwoch an, wie die Kantonspolizei Graubünden berichtete. Betroffen ist unter anderem die bekannte Rhätische Bahnlinie nach Tirano, deren Betrieb vorerst eingestellt wurde.
Eine Fläche von rund zwei Quadratkilometern zwischen den Ortschaften Campascio und Viano wurde vom Feuer erfasst. Die Löscharbeiten, die am Dienstag begonnen hatten, wurden am Mittwochmorgen fortgesetzt. Neben der örtlichen Feuerwehr Brusio und der Kantonspolizei sind fünf Helikopter von Swisshelicopter, ein Heli Bernina und ein Super Puma der Schweizer Luftwaffe im Einsatz. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat eine Luftraumsperre bis Donnerstagabend angeordnet, um die Löscharbeiten nicht zu behindern.
Die Bahnlinie zwischen Puschlav und Tirano wurde aufgrund von Steinschlaggefahren gesperrt. Das Störungsportal der SBB gibt bekannt, dass die Einschränkung bis Donnerstagabend andauert; ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet worden. Die Strecke ist für das Kreisviadukt bei Brusio bekannt, welches in unmittelbarer Nähe des Brandherdes als Sehenswürdigkeit gilt.
Die Straße nach Viano, etwa 200 Meter vom Brand entfernt, bleibt ebenfalls geschlossen. Anwohner können über eine Forststraße ins Tal gelangen. Zur Sicherheit wurde die Stromleitung in der Nacht abgeschaltet und Viano durch einen Generator mit Elektrizität versorgt.
Nach ersten Erkenntnissen entstand der Brand durch ein genehmigtes Räumungsfeuer auf einer Baustelle, so die Polizei. Die Kantonspolizei Graubünden hat eine Untersuchung eingeleitet.
Der Kanton Graubünden verhängte am Mittwochmorgen für das ganze Puschlav ein absolutes Feuerverbot; dieses gilt ebenfalls für das Bergell, das Misox und das Calancatal.