Die angespannte Ruhe zwischen Israel und der Hamas bleibt fragil, trotz eines formellen Waffenstillstands seit Oktober 2025. Ein von den USA initiiertes Friedensabkommen sah den Austausch von Gefangenen und die Rückgabe von Geiseln vor sowie einen teilweisen Truppenrückzug Israels aus dem Gazastreifen. Humanitäre Hilfsmaßnahmen sollten erleichtert werden, doch die Lage bleibt instabil, mit wiederkehrenden Feuergefechten und Luftangriffen aufseiten Israels.
Die von der Hamas geführte Gesundheitsbehörde meldete zwischen Oktober 2025 und Dezember mehr als 400 Todesfälle unter Palästinensern in Gaza, überwiegend Zivilisten. UNICEF vermeldete die Tötung von über 100 Kindern seit Waffenstillstandseintritt. Auf israelischer Seite starben laut Reuters bis Mitte Januar drei Soldaten. Die Hamas hat bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Geiseln freigelassen; sterbliche Überreste eines Israelis sind weiterhin im Gazastreifen.
Trotz dieser Spannungen kündigte die US-Regierung am 14. Januar an, dass der Friedensplan in eine zweite Phase eintreten soll, mit der Ankündigung einer Übergangsregierung aus palästinensischen Technokraten unter Beobachtung eines von Donald Trump geleiteten “Friedensrats”. Viele Details, einschließlich der Entwaffnung der Hamas und die Einrichtung einer internationalen Stabilisierungstruppe (ISF), sind noch ungelöst.
Im Herbst 2025 wurden durch Vermittlung Ägyptens, Katars, der Türkei und der USA indirekte Gespräche zwischen Israel und der Hamas geführt. Der Waffenstillstand trat am 10. Oktober in Kraft und wurde vom Uno-Sicherheitsrat im November gebilligt. Im Zentrum des Abkommens stand ein von Donald Trump entwickelter 20-Punkte-Friedensplan.
Der Plan sah den Austausch aller Geiseln vor, die Entwaffnung der Hamas und einen Wiederaufbau Gazas in einer zweiten Phase. Hamas-Mitglieder, die sich zur friedlichen Koexistenz mit Israel verpflichten, sollen eine Amnestie erhalten.
Das israelische Verteidigungsministerium betonte, dass ein vollständiger Truppenabzug aus dem Gazastreifen nicht geplant sei. Innenpolitisch wächst der Druck für einen Wiederaufnahme des Krieges gegen die Hamas. Die Hamas fordert ihrerseits den kompletten Rückzug israelischer Streitkräfte und das Ende der Blockade.
Der Gaza-Krieg, ausgelöst durch ein Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 mit rund 1200 Todesopfern in Israel, hat eine verheerende humanitäre Krise hinterlassen. Die Infrastruktur im Gazastreifen wurde zu über 78 Prozent zerstört. Trotz erhöhtem Lebensmittelzugang seit dem Waffenstillstand bleibt die Versorgungslage katastrophal, mit anhaltender Mangelernährung und Krankheiten.
Die Herausforderungen des Wiederaufbaus sind immens, wobei Winterstürme und Starkregen die Situation verschärfen. Ein grosser Teil der Bevölkerung lebt in Notunterkünften, während das Uno-Büro für humanitäre Angelegenheiten weiterhin Einfuhrbeschränkungen für Hilfsgüter meldet.